Wien wächst, aber langsamer als zuletzt

    2. Februar 2018, 13:39
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    2017 stieg die Einwohnerzahl um 22.063. Stärkster Faktor ist die Zuwanderung, der Anteil in Österreich geborener Wiener ist leicht gesunken

    Wien – Wien wächst stetig, aber langsamer als zuletzt: 1,89 Millionen Menschen leben derzeit (Stand Ende 2017) in der Bundeshauptstadt, das sind 22.063 Menschen mehr als zu Beginn des Vorjahres. Noch 2016 betrug der Zuwachs 27.356 Personen, 2015 war er aufgrund der Flüchtlingssituation sogar fast doppelt so hoch wie 2017. Das jüngste Plus ergibt sich vor allem aus Zuwanderung, aber auch Geburten boomen.

    Die Wanderungsbilanz weist ein Plus von 18.099 Menschen aus, auch beim Verhältnis Sterbefälle und Kindersegen haben letztere die Nase vorn: Der Geburtenüberschuss betrug im Vorjahr 3.964, wie Klemens Himpele, Chef der Statistik-Magistratsabteilung MA 23, am Freitag im Gespräch mit Journalisten ausführte. 2017 war ein weiteres Babyboomjahr, auch wenn der Rekord von 2016 nicht übertroffen wurde.

    Der Anstieg bei zugewanderten Neuwienern hat sich fast bei allen Ländern (berücksichtigt werden Geburtsländer, nicht Staatsbürgerschaften, Anm.) verringert. Lediglich bei den Deutschen ist die Zahl weiter angestiegen – von 1.193 auf 1.376. Diese liegen damit auf dem vierten Platz der Top-Zuwachsländer. Führend sind hier Syrer (plus 4.259), gefolgt von Afghanen (plus 2.112) und den in Österreich geborenen Neo-Wienern (plus 1.837).

    Viele Flüchtlinge aus Bundesländern nach Wien

    Laut Himpele vollzogen nicht nur Österreicher eine Binnenbewegung, auch viele Flüchtlinge dürften 2017 nicht aus ihren Heimatländern, sondern aus den anderen Bundesländern nach Wien gekommen sein. Eine relativ geringe Rolle zumindest bei den Neuzuzügen spielen die in der Bestandsstatistik bedeutenden Herkunftsländer wie Serbien oder die Türkei. Bei den Türken überwiegt derzeit sogar die Abwanderung.

    Generell ist im Vorjahr der Anteil der Wiener, die in Österreich geboren sind, leicht zurückgegangen – nämlich von 63,1 auf 62,5 Prozent. Dementsprechend stieg sowohl der Anteil der EU-Bürger (2017: 13,4 Prozent) als auch jener der Drittstaatsangehörigen (24,1 Prozent), wobei hier etwa der Anteil der Serben besonders hoch ist.

    Liesing, Floridsdorf, Favoriten am stärksten gewachsen

    In Sachen Bezirke sind 2017 Liesing, Floridsdorf und Favoriten am stärksten gewachsen, was dem langjährigen (seit 2008, Anm.) Trend nicht ganz entspricht. Letzterer weist Donaustadt und Simmering als Spitzenreiter bei den Wohnsitzanstiegen aus. Inzwischen wächst, entgegen der in den vergangenen Jahren oft verzeichneten Schrumpfung, sogar die Innenstadt wieder leicht. Es wohnten dort 2017 immerhin 41 Menschen mehr als 2016. (red, APA, 2.2.2018)

    • Das Wachstum der Bundeshauptstadt bremst sich ein.
      foto: michael matzenberger

      Das Wachstum der Bundeshauptstadt bremst sich ein.

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