"Mann am Boden" von Roger Smith: Hinterhältiges Karma

9. Februar 2018, 13:37
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Wer bleibt übrig nach dem exzessiven Blutbad? Nicht zuletzt diese Frage macht den Roman des in Amerika lebenden südafrikanischen Autors spannend

Es ist erstaunlich, was der menschliche Körper so aushält. Jedenfalls wenn man Roger Smith glauben darf. Sein Roman Mann am Boden ist ein Dauergemetzel. Smith hat das geografische Szenario gewechselt. Die vorhergehenden Krimis spielten in Kapstadt – seine jetzige Hauptfigur John Turner hat Südafrika wegen des gewalttätigen Klimas den Rücken gekehrt und ist mit der Familie in die USA übersiedelt. Doch in Arizona geht es nicht minder brutal zu.

Turner steckt in Geldnöten. Da kommt ihm die Bekanntschaft mit einem Cop aus früheren Zeiten zupass. Die beiden verbindet ein Geheimnis, das sogar dem abgebrühten Turner zu schaffen macht. Man ist also karmamäßig miteinander verbunden. Ihr Plan scheint wasserfest. Ein fingierter Überfall auf die Familie, bei der Turners verhasste Ehefrau getötet wird, könnte alle Probleme lösen. Manchmal wirkt das exzessive Blutbad für einen abgehärteten Krimileser fast wie eine Karikatur. Und das Karma ist hinterhältig: Es ist spannend, wer zum Schluss übrig bleibt. (Ingeborg Sperl, 9.2.2018)

Roger Smith, "Mann am Boden". Deutsch: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann. € 15,40 / 319 Seiten. Tropen, Stuttgart 2018

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