"17 Erkenntnisse über Leander Blum": Purple Rain und Loving Lila

    7. Februar 2018, 10:33
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    Auf Streifzügen durch Wien mit einem Graffiti-Künstler beruht Irmgard Kramers Buch über Freundschaft, Liebe und Kunst

    Jonas und Leander sind ein unzertrennliches Gespann und besessen von ihrer Kunst. Niemand weiß es, aber die beiden stehen hinter dem Tag BLUX, mit dem sie ihre aufsehenerregende Street-Art signieren. Ihr ultimatives Masterpiece gerät aus dem alleinigen Fokus, als Leander "Rapunzel" verfällt und "die Sicherungen durchschmorten, Kurzschluss im System". Doch das ist nichts gegen die Katastrophe, die ihn endgültig aus der Bahn wirft.

    Irmgard Kramer zog mit PEKS durch Wien und ließ sich von ihm in die Geheimnisse der Street-Art einweihen. Heraus kam ein geschriebenes Piece über Freundschaft, Kunst und Liebe, rasend, dicht, bedingungslos. Wie die 3D-Schriftzüge an den glücklicheren Wänden der Stadt ist der Text komplex aufgebaut, wechselt die Perspektive und die Zeitebene und webt so lange an den Einzelheiten, bis er auf einen Schlag als Ganzes vor Augen steht und all seine Wucht in einem Finale entlädt, das in seiner Spannung die meisten Thriller blass aussehen lässt. Brava, señora Kramer. Liebe Loewen: bitte eine Österreich-Ausgabe davon. (Helmuth Santler, 3.2.2018)

    Irmgard Kramer, "17 Erkenntnisse über Leander Blum". € 18,50 / 352 S. Loewe-Verlag, Bindlach 2018

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