Italien: Künstlerinnen stellen Manifest gegen sexuelle Nötigung vor

2. Februar 2018, 10:36
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"Wir prangern nicht einen einzigen Belästiger an, wir stellen das gesamte System infrage", erklären die Unterstützerinnen der Initiative "Dissenso comune" (Gemeinsamer Dissens)

Rom – Italienische Schauspielerinnen, Autorinnen, Regisseurinnen und andere Frauen aus der Unterhaltungsindustrie haben ein Manifest zur Bekämpfung von sexueller Belästigung und Übergriffen am Arbeitsplatz unterzeichnet. "Wir prangern nicht einen einzigen Belästiger an, wir stellen das gesamte System infrage", hieß es im Dokument, das von 124 Frauen unterzeichnet wurde.

Die Initiative "Dissenso comune" (Gemeinsamer Dissens) orientiert sich an der US-Bewegung "Time's Up" (Die Zeit ist um), die der Belästigung von Frauen in der Filmindustrie und im amerikanischen Berufsalltag insgesamt ein Ende bereiten will. Die italienischen Künstlerinnen kritisierten unter anderem die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen in der Filmindustrie, sowie die absolute Männerdomäne in den Schlüsselpositionen. "Wir sind nicht Opfer dieses Systems. Wir haben die Kraft, es zu ändern", schrieben die Künstlerinnen.

Im Manifest kam indirekt Solidarität mit der Schauspielerin Asia Argento zum Ausdruck. Sie zählte zu den ersten Frauen, die über die sexuellen Übergriffe des Filmproduzenten Harvey Weinstein berichtet hatte. Dieser wies über sein Sprecher-Team mehrfach Vorwürfe von "nicht einvernehmlichem Sex" zurück. (APA, 2.2.2018)

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