Formel 1 ohne Grid-Girls: Fortschritt statt Dekoration

    Kommentar1. Februar 2018, 17:13
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    Frauen haben einen Platz in der Formel 1. Und es ist nicht jener der grinsenden Startnummernhalterin

    Schnell, denken Sie an Frauen in der Formel 1! Welches Bild haben Sie vor Augen? Frauen in Führungspositionen wie die Ex-Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn dürften nur einer Minderheit in den Sinn kommen, die meisten haben wohl ein leichtbekleidetes Grid-Girl vor Augen.

    Die Besitzer der Formel 1 beschlossen nun das Ende dieser Grid-Girls, lange despektierlich "Boxenluder" genannt. Es sei kein "passender Brauch" und stünde "klar im Widerspruch zu unseren gesellschaftlichen Normen", sagte Liberty-Media-Marketingchef Sean Bratches. Selbsternannte Traditionalisten schrien auf, man dürfe der Formel 1 doch nicht einen Teil ihrer Identität entreißen – obwohl die Grid-Girls erst weit nach den Zeiten früherer Größen wie Juan Manuel Fangio eingeführt wurden.

    "Eine Entscheidung gegen die Frauen", nennt Niki Lauda die Abschaffung im STANDARD. Darüber kann man diskutieren, einigen wenigen gehen Einnahmen verloren. Was viele aber übersehen: Es ist eine Entscheidung für Mädchen. Wenn eine Achtjährige nun Formel 1 schaut, wird sie nicht direkt vor dem Start Frauen sehen, die auf eine schweigende Dekoration reduziert werden. Und dann werden ihr die Teamchefinnen, Ingenieurinnen und Strateginnen auffallen, und sie wird wissen: Frauen haben einen Platz in der Formel 1. Und es ist nicht jener der grinsenden Startnummernhalterin. (Martin Schauhuber, 1.2.2018)

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