ISS könnte eigenes Touristenmodul erhalten

    1. Februar 2018, 15:23
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    Energia-Leiter Wladimir Solntsew schweben Reisebuchungen für 80 Millionen Euro vor

    Moskau – Nicht zum ersten Mal werden in Russland Ideen gewälzt, den Weltraumtourismus auszubauen – bisher engagieren sich dort vor allem westliche Unternehmen wie Virgin Galactic. Neu an der jüngsten diesbezüglichen Verlautbarung ist, dass man der Internationalen Weltraumstation gleich einen ganzen Gästeflügel verpassen will.

    Der staatliche Raumfahrtkonzern Energia, der unter anderem für die Sojusraketen zuständig ist, baut derzeit ein neues ISS-Modul mit dem Namen NEM. Energia-Leiter Wladimir Solntsew erklärte nun gegenüber der russischen Zeitung "Komsomolskaja Prawda", dass man auch an die Konstruktion eines zweiten Moduls denke, das eigens für Weltraumtouristen vorgesehen wäre.

    Komfort im Orbit

    Das NEM-2 sei "ein Modul für vier bis sechs Personen. Es wird bequeme Kabinen haben, zwei Toiletten, Internet", erklärte Solntsew. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing hätte bereits Interesse an dem Projekt angemeldet. Fünf bis sechs Touristen könnten so für maximal zehn Tage ins All fliegen, versicherte der Energia-Chef.

    Die Kosten für einen Flug und Aufenthalt sollten nicht mehr als 100 Millionen Dollar (umgerechnet gut 80 Millionen Euro) pro Person betragen. Einen konkreten Zeitplan gebe es zwar noch nicht. Marktuntersuchungen hätten aber ergeben, dass es Leute gebe, die bereit sind, bis zu 100 Millionen Dollar für eine Reise in den Weltraum zu bezahlen, versicherte Solntsew. (APA, red, 1. 2. 2018)

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