Amazon patentiert Armband zur Ortung von Mitarbeitern

1. Februar 2018, 09:57
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Soll Arbeitseffizienz steigern – Wearable kann Position bestimmen und Richtungshinweise per Vibration geben

Internet-Handelsriese Amazon hat ein Wearable entwickelt, das künftig von Mitarbeitern in den Versandzentren getragen werden könnte. Die Ideenschrift im Archiv des US Patent Office stammt aus dem Jahr 2016 und wurde nun von Geekwire entdeckt. Es handelt sich um ein Armband, das die Arbeitseffizienz der Mitarbeiter erhöhen soll, dabei aber auch zu mehr Überwachung führt.

Das konzipierte elektronische Accessoir verfügt über einen Ultraschall- oder Radiowellentransceiver. Entsprechende in den Lagerhallen platzierte Empfänger können durch dessen Signal die genaue Position des jeweiligen Mitarbeiters bestimmen.

Billiger als Kamerasysteme

Laut Patent sei dies eine kostengünstige Alternative zur Installation von Systemen mit "Computersehen", die zahlreiche Kameras und Sensoren voraussetzen und etwa in Amazons kassenlosen "Amazon Go"-Supermarkt verwendet werden. Federführend für das Patent des Armbands zuständig sind Jonathan Cohn, Programm-Manager für Amazon Go und Tye Brady, Technologie-Chef bei Amazons Robotikabteilung.

Durch Triangulation kann das Armband die genaue Positionierung der Hand feststellen. Mittels Vibrationssignal soll es dem Träger erleichtert werden, beim Abholen eines Produktes für die Vorbereitung des Versandes auf Anhieb ins richtige Fach zu greifen.

Die Tätigkeit der Mitarbeiter in den Lagern besteht großteils daraus, Waren zu scannen und in Behälter einzuordnen oder aus dem Lager zu holen, in einer geeigneten Verpackung zu verstauen und auf den weiteren Versandweg zu schicken.

Überwachungspotenzial

Geräte, wie das patentierte Armband, können freilich nicht nur als hilfreicher Zusatz eingesetzt werden, sondern wären auch in der Lage zu erfassen, wenn ein Arbeiter eine kurze Pause einlegt. Immer wieder gibt es Kritik an den Arbeitsbedingungen, dem Konzern wird vorgeworfen, seine Mitarbeiter hohem Zeitdruck auszusetzen.

Gegenüber dem Guardian berichtet etwa ein Lagerarbeiter, dass ihm lediglich eine Idealzeit von 15 Sekunden eingeräumt wird, um während der Nachtschicht ein Produkt zu scannen und in den richtigen Behälter zu stecken. Laut einem BBC-Report würden manche Angestellte ihre Notdurft in Säcken verrichten, um Zeit für die Erreichung der vorgegebenen Ziele zu sparen. Ebenso soll es regelmäßig Fälle von Geschwindigkeitsübertretungen und Sekundenschlaf am Arbeitsweg im Auto geben.

Die Einreichung bzw. Genehmigung eines Patentes bedeutet freilich nicht, dass das jeweilige Konzept auch realisiert wird. Ob Amazon bereits an einer Umsetzung des Armbandes arbeitet, ist aktuell nicht bekannt. (red, 01.02.2018)

  • Mit einem Vibrationssignal soll das Armband den Träger dabei unterstützen, die richtigen Fächer zu finden.
    foto: uspto

    Mit einem Vibrationssignal soll das Armband den Träger dabei unterstützen, die richtigen Fächer zu finden.

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