Nazca-Linien durch Reifenspuren eines Lkws beschädigt

31. Jänner 2018, 11:45
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Der Lenker wollte Reifen wechseln und pflügte dafür durch die Welterbestätte

foto: afp photo / peruvian ministry of culture
Nach zwei Jahrtausenden relativer Ruhe ist nun ein Lastwagen durch die Linien gepflügt und hat beträchtlichen Schaden angerichtet.

Lima – Als wären Starkregen und Erdbeben nicht schon Gefahren genug, droht den weltberühmten Nazca-Linien in Peru immer wieder auch die Beschädigung durch unachtsame Menschen. 2013 richteten Bergbaugeräte Schaden an zwei der sogenannten Geoglyphen an. 2014 waren es Greenpeace-Aktivisten, die bei einer PR-Aktion mit ungeeignetem Schuhwerk auf der Welterbestätte herumstiegen, um einen überdimensionalen Slogan zwischen den Nazca-Linien aufzustellen.

Den Vogel hat nun allerdings ein Lkw-Fahrer abgeschossen: Der Lastwagen habe mit seinen Reifenspuren auf einer Strecke von rund 100 Metern drei Linien beschädigt, die Teil eines Eidechsenbildes seien, berichtete die Zeitung "El Comercio". Der Fahrer gab an, er sei am Samstag in das geschützte Gebiet eingedrungen, um einen Reifen zu wechseln. Er wurde festgenommen und angeklagt.

foto: reuters/enrique castro-mendivil
Der Kolibri ist eines der berühmtesten Bilder in Nazca.

Die Nazca-Ebene in Peru ist auf einer Fläche von knapp 500 Quadratkilometern von teils kilometerlangen geraden Linien durchzogen. Dazu kommen geometrische Formen und als berühmteste Teile Bilder von Tieren und Menschen, die hunderte Meter durchmessen können. Trotz ihrer imposanten Dimensionen sind die Geoglyphen nur vom Himmel aus zu erkennen, weshalb sie erst in den 1920er-Jahren entdeckt wurden.

Die ältesten Figuren reichen über 2.000 Jahre zurück. Wie genau sie seinerzeit angelegt wurden und welchem Zweck sie dienten, ist bis heute Gegenstand vieler Spekulationen. 1994 wurden sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Regierung Perus hat inzwischen eine stärkere Überwachung der Linien angeordnet. Das Areal solle künftig auch nachts und mit Drohnen überwacht werden, teilte das Kulturministerium mit. (red, APA, 31. 1. 2018)

foto: reuters/promperu
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