Österreicher wollen weniger sparen, wenig Interesse an Fintech-Apps

    30. Jänner 2018, 12:39
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    Umfrage: Nur 10 Prozent an Apps von Fintechs interessiert – Höhere Kredite geplant

    Die Österreicher wollen heuer geringere Summen sparen und höhere Kredite aufnehmen, geht aus einer Integral-Umfrage im Auftrag der Erste Bank hervor. Stärkeres Interesse bei der Geldanlage gibt es an Immobilien und Wertpapieren, besonders an Aktien. Deutlich mehr Befragte planen eine größere Anschaffung. Nur einer von zehn Österreichern interessiert sich für Apps von Fintechs.

    Banken müssen nun auch Drittanbietern wie Finanz-Start-ups ("Fintechs") den Zugriff auf Konten und Daten ihrer Kunden ermöglichen, wenn der Kunde dem ausdrücklich zugestimmt hat. Das Interesse der Österreicher an solchen Finanz-Apps von Fintechs sei allerdings gering. "Nur 10 Prozent der Österreicher halten so etwas für interessant", so die Erste Bank.

    Vorsprung

    Die Bank habe mit mehr als 1,5 Millionen Nutzern ihrer Online-Banking-Plattform "George" einen deutlichen Vorsprung, betont Erste-Bank-Privatkundenvorstand Thomas Schaufler am Dienstag in einer Pressemitteilung. Die Plattform sei so gebaut, dass künftig auch Drittanbieter andocken. Damit könnten alle "George"-User Services nutzen, "die ihnen einen echten Mehrwert bieten, ohne sich dabei auf andere Apps oder Plattformen einlassen zu müssen", so Schaufler. Aktuell wird laut Erste Bank gemeinsam mit einem Start-up ein Service vorbereitet, der in "George" integriert wird. Dabei können mögliche Ereignisse wie etwa Autokauf oder Jobverlust simuliert werden, wobei berechnet wird, wie sich die dadurch entstehende eigene finanzielle Situation entwickelt.

    Die Sparlust der Österreicher halte an, so die Erste Bank. 84 Prozent und damit etwas mehr als vor einem Jahr planen in den kommenden zwölf Monaten eine Geldanlage. Allerdings möchten sie mit 4.700 Euro heuer um durchschnittlich 1.000 Euro weniger zur Seite legen. Bei Haushalten mit mehr als 2.000 Euro Nettoeinkommen wollen 92 Prozent Geld anlegen.

    Sparbuch und Bausparer

    Unter den Top-3-Anlageformen bleiben das Sparbuch (62 Prozent), der Bausparer (50 Prozent) sowie die Lebensversicherung (39 Prozent) stabil. Beliebter als vor einem Jahr sind aktuell Investitionen in Immobilien (19 Prozent/+5 Prozentpunkte) und Wertpapier (28 Prozent/+4). Besonderes Interesse verzeichnen Aktien: Jeder Siebente zieht ein Aktieninvestment in Erwägung, vor einem Jahr war es nur jeder Neunte

    Eine größere Anschaffung steht bei 37 Prozent (plus 7 Prozentpunkte) an. Knapp 90 Prozent wollen diese über Ersparnisse finanzieren. Bankkredite kommen bei einer größeren Anschaffung für 8 Prozent (minus 2 Prozentpunkte) in Frage. Dabei wird an eine durchschnittlich deutliche höhere Kreditsumme von 78.800 Euro (plus 17 Prozent) gedacht.

    Für die Spar- und Kreditprognose der Erste Bank wurden im vierten Quartal vom Institut Integral 1.000 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, telefonisch befragt. (APA, 30.1. 2018)

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