Angestellte der sozialen Berufe drohen mit Streik

    30. Jänner 2018, 09:07
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    Auf den Beschäftigten in den Gesundheitsberufen lastet immer mehr Druck. Jetzt wollen sie eine bessere Bezahlung erstreiten

    Wien – Nachdem die Kollektivvertragsverhandlungen für die über 100.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich letzten Donnerstag ohne Ergebnis unterbrochen wurden, hat der Gewerkschaftsbund zu Protesten aufgerufen. Die zuständigen Gewerkschaften vida und GPA-djp halten am Dienstag gemeinsam mit Betriebsräten und Beschäftigten einen österreichweiten Protest- und Aktionstag ab. Bei außerordentlichen Betriebsversammlungen, Mahnwachen vor den größten Betrieben und anderen Aktionen werden die Beschäftigten und die Öffentlichkeit über die Forderungen und Anliegen informiert. Die Gewerkschaften und MitarbeiterInnen wollen mit dem Protest- und Aktionstag auch ihren Forderungen für die nächste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern Nachdruck verleihen.

    Höhere Qualifikation

    "Im aktuellen Angebot in Höhe von 2,25 Prozent sehen wir keinerlei Bereitschaft der Arbeitgeber, die zunehmenden Leistungsanforderungen und Qualifizierungen sowie die steigende Produktivität entsprechend abgelten zu wollen. Auch bei den von uns geforderten sozialrechtlichen Besserstellungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen sich die Arbeitgeber bis jetzt nicht konstruktiv. Das werden wir nicht akzeptieren", sagt der GPA-djp-Verhandler und stellvertretende GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Reinhard Bödenauer.

    Streikfreigabe beantragt

    Die Gewerkschaften haben bereits Ende der Vorwoche eine Streikfreigabe beantragt. "Die Beschäftigten und BetriebsrätInnen fühlen sich von ihren Dienstgebern vor den Kopf gestoßen und bereiten sich auf gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen vor. Der heutige Aktions- und Protesttag ist nur ein erster Vorgeschmack. Ohne Entgegenkommen werden wir die Schraube weiter kontinuierlich anziehen", so Bödenauer.

    "Wir waren von Anfang an zu konstruktiven Verhandlungen bereit, aber die Arbeitgeber lassen uns keine Wahl. Gewerkschaftliche Maßnahmen müssen jetzt ergriffen werden, da die Kosten für Mieten und Dinge des täglichen Bedarfs unbeeindruckt von der starren Haltung der Arbeitgeber sich weiter nach oben bewegen", betont Michaela Guglberger, vida-Verhandlerin und Fachsekretärin des vida-Fachbereichs Soziale Dienste.

    "Weder liegt seitens der Arbeitgeber zu unseren Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung noch zur Abgeltung der zusätzlichen Kompetenzen, die durch die Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) für die Berufsgruppen im Bereich des GuKGs und Sozialbetreuungsberufegesetzes verankert sind, am Tisch. Die Kompetenzerweiterungen der Beschäftigten müssen durch bessere Einkommen abgegolten werden, wie dies in den meisten Bundesländern bereits für die Beschäftigten in öffentlichen Sozial- und Pflegeinrichtungen umgesetzt wurde", bekräftigt Guglberger. (red, 30.1.2018)

    • Proteste der Beschäftigten in den Sozialberufen haben Tradition – weil die Leistungen ständig zu wenig geschätzt werden
      foto: apa/hochmuth

      Proteste der Beschäftigten in den Sozialberufen haben Tradition – weil die Leistungen ständig zu wenig geschätzt werden

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