Chile vergrößert Fläche geschützter Naturparks in Patagonien

30. Jänner 2018, 12:11
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Landschenkungen von Witwe des US-Millionärs Tompkins inbegriffen

Santiago de Chile – Die chilenische Regierung hat die Fläche geschützter Naturparks in Patagonien erheblich erweitert – auch dank der größten Landschenkungen in der Geschichte. Präsidentin Michelle Bachelet unterzeichnete am Montag ein Dekret, mit dem sich die Zahl der Naturparks um mehr als ein Drittel erhöht.

Dazu gehören auch Parks und Schutzgebiete, die einst dem 2015 verstorbenen US-Millionär und Umweltschützer Douglas Tompkins und seiner Frau Kristine McDivitt gehörten. Chile müsse diesen entscheidenden Schritt machen, "um unsere biologische Vielfalt, unsere einzigartigen Landschaften, die Lebensräume gefährdeter heimischer Arten zu schützen und zu bewahren", sagte Bachelet vor Journalisten in der südchilenischen Stadt Cochrane.

400.000 Hektar geschenkt

Insgesamt vergrößern sich die Schutzgebiete in Chile damit um 4,5 Millionen Hektar. Das Land erhofft sich dadurch auch zusätzlichen Schwung für den Tourismus. In den vergangenen vier Jahren besuchten rund zehn Millionen Menschen die Wildnis der Region Patagonien.

An der Unterzeichnungszeremonie nahm auch McDivitt teil. Sie hatte dem chilenischen Staat im vergangenen Jahr mehr als 400.000 Hektar Land geschenkt. Ihr verstorbener Ehemann hatte 1964 die Sportbekleidungsmarke The North Face und einige Jahre später gemeinsam mit seiner Frau die Marke Esprit mitgegründet. Vor 25 Jahren ließ sich das Ehepaar im chilenischen Teil Patagoniens nieder.

Öffentlich zugänglich

Die beiden Natur-Enthusiasten engagierten sich für den Schutz der Natur in Argentinien und Chile und kauften dafür weitläufige Ländereien auf, die sie in Naturparks und Schutzgebiete verwandelten. Von den Einheimischen wurde der Kauf nicht immer positiv aufgenommen, mit den Schenkungen wurden die Gebiete jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich. Tompkins starb im Dezember 2015 bei einem Kajak-Unglück in Patagonien. (APA, AFP, 30.1.2018)

  • Die Wildnis Patagoniens lockt jährlich Millionen Touristen nach Chile. Im Bild: der Gletscher Serrano im Bernardo O’Higgins Nationalpark
    foto: apa/afp/martin bernetti

    Die Wildnis Patagoniens lockt jährlich Millionen Touristen nach Chile. Im Bild: der Gletscher Serrano im Bernardo O’Higgins Nationalpark

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