Augen nach hinten ziehen bei China-Kostüm: Shitstorm gegen Amazon

29. Jänner 2018, 10:53
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Rassistische Werbung für ein traditionelles chinesisches Kostüm sorgt für Empörung – Onlinehändler entfernt Produkte

Amazon ist wegen zweier Produktfotos in die Kritik geraten. Die Bilder bewerben ein Faschingskostüm einer traditionellen chinesischen Kleidung. Die Kostüme werden von Kindermodels getragen, die sich die Augen nach hinten ziehen, um die Oberlidfalte zu imitieren, die das Aussehen zahlreicher Asiaten charakteristisch ist. Der umgangssprachliche Begriff "Schlitzaugen" gilt als herabwertend und rassistisch. Auch die Geste ist verpönt. Deshalb handelte sich Amazon rasch einen Shitstorm ein.

Drittanbieter

Zahlreiche User forderten den Anbieter auf, die Fotos rasch zu entfernen. Tatsächlich handelte es sich um kein Eigenprodukt von Amazon, sondern die Anzeige eines Drittanbieters. Nach einer Reihe von Meldungen wurden die chinesischen Kostüme von Amazon entfernt. Darüber hinaus wollte der Onlinehändler keinen Kommentar abgeben. Der Shitstorm hätte sich etwa verhindern lassen, indem selbst asiatische Kinder als Models zum Einsatz gekommen wären, schrieben Nutzer auf Facebook.

"Coolster Affe im Dschungel"

Der Vorfall ereignet sich nur wenige Wochen nach der Aufregung um ein von vielen als rassistisch empfundenes H&M-Sujet. Der Modehändler zeigte einen schwarzen Jungen mit einem Pullover, der die Aufschrift "der coolste Affe im Dschungel" trug. H&M entschuldigte sich darauf "bei jedem, den dies verletzt hat". Amazon selbst stand auch schon mehrfach in der Kritik. Erst diese Woche schmiss der Konzern zahlreiche Produkte aus dem Sortiment, die sich für Sklaverei ausgesprochen hatten. (red, 29.1.2018)

  • Das Faschingskostüm konnte in Großbritannien und Frankreich erworben werden
    foto: screenshot

    Das Faschingskostüm konnte in Großbritannien und Frankreich erworben werden

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