Japan: Behörden wollen Kryptobörse Coincheck strafen

    29. Jänner 2018, 11:34
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    Die Auszahlung von Kryptowährungen wurde ausgesetzt – rund 260.000 Kunden sind betroffen

    Tokio – Nach dem Diebstahl von umgerechnet 430 Mio. Euro bei der japanischen Kryptowährungs-Handelsplattform Coincheck hat die Regierung in Tokio strenge Auflagen angekündigt. Die Finanzaufsichtsbehörde (FSA) werde anordnen, dass Coincheck ihre Geschäftstätigkeit verbessere, insbesondere den Kundenschutz, wie Regierungssprecher Yoshihide Suga am Montag sagte. Die FSA werde die Börse dabei eng überwachen.

    Die zuständigen Ministerien und Behörden sollen den Hackerangriff auf Coincheck gleichzeitig umfassend untersuchen und dann weitere Maßnahmen vorschlagen, wie der Regierungssprecher weiter sagte. Coincheck hatte am Freitag einen massiven Hackerangriff gemeldet, der den Verlust von 58 Mrd. Yen (426,63 Mio. Euro) zur Folge hatte.

    Betroffene mit 90 Prozent entschädigen

    Das bei Coincheck gestohlene Digital-Geld lag in Online-Depots, sogenannten Hot Wallets. Außerdem verzichtet Coincheck bisher auf das sogenannte Multi-Signatur-System, das Hacker-Angriffe erschwert. Coincheck will nach eigenen Angaben den Geschädigten knapp 90 Prozent der gestohlenen NEM-Coins ersetzen. Die FSA betonte allerdings, es sei bis dato unklar, ob die Börse über die dafür notwendigen Mittel verfüge.

    Die NEM-Stiftung, die sich um die Blockchain-Technologie dieser Digital-Währung kümmert, kann nach eigenen Angaben den Weg aller gestohlenen Coins nachverfolgen. Das gestohlene Cyber-Geld sei bisher weder an eine andere Börse noch eine neue Wallet transferiert worden. Allerdings habe die Stiftung keine Möglichkeit, den Geschädigten die gestohlenen NEM-Coins zurückzugeben.

    Höchster Verlust seit vier Jahren

    Der Angriff auf Coincheck ist der verlustreichste seit der Pleite der Bitcoin-Börse MtGox in Japan. Sie hatte im Februar 2014 den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, nachdem 850.000 Bitcoins mit einem Wert von damals 480 Mio. Dollar (385,98 Mio. Euro) aus den Tresoren verschwunden waren. Kurze Zeit später meldete MtGox Konkurs an. Der Chef der Plattform, der Franzose Mark Karpeles, war im September 2015 offiziell wegen Datenmanipulation und Veruntreuung von Kundengeldern angeklagt worden. Er beteuerte zu Beginn seines Prozesses im Juli 2017 seine Unschuld; MtGox sei Opfer eines Hackerangriffs geworden.

    Japan ist der größte Markt für Kryptowährungen weltweit. Es gibt dort schätzungsweise bereits rund 10.000 Unternehmen, die die Kryptowährung Bitcoin akzeptieren. Die größte Bitcoin-Handelsplattform Bitflyer hat mehr als eine Million Kunden. (APA, 29.1.2018)

    • Coincheck Präsident Koichiro Wada verbeugt sich zur Entschuldigung am Ende einer Pressekonferenz in Tokio.
      foto: apa / afp / jiji press /-

      Coincheck Präsident Koichiro Wada verbeugt sich zur Entschuldigung am Ende einer Pressekonferenz in Tokio.

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