Festgenommene Transfrauen sollen in Indonesien "umerzogen" werden

29. Jänner 2018, 06:57
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Die Behörden führten in der Provinz Aceh eine Razzia gegen Transidente durch

Jakarta – Bei einer Razzia in der indonesischen Provinz Aceh hat die Polizei zwölf Transfrauen festgenommen und in Männerkleider gesteckt. Die Personen wurden nach Angaben eines Polizeisprechers vom Montag in verschiedenen Kosmetiksalons aufgegriffen. Der örtliche Polizeichef Untung Surianata kündigte eine "Umerziehung" an, damit sie wieder "richtige Männer" sein könnten.

Der südostasiatische Inselstaat ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. In der halbautonomen Provinz Aceh, wo konservative islamische Kräfte großen Einfluss haben, gilt islamisches Recht. Dort wurden Homosexuelle in der Öffentlichkeit auch schon mit Stockschlägen bestraft.

Laut schreien für männliche Stimme

Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Antara richtete sich die Razzia der Behörden am Sonntag gegen "sozial Kranke". Der Polizeichef berichtete, dass die Transfrauen rennen und dann laut schreien mussten. Auf diese Weise sollte angeblich ihre "männliche Stimme" wieder zur Geltung kommen. (APA, 29.1.2018)

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