Frankreich will nach Nutella-Unruhen Rabattschlacht verbieten

28. Jänner 2018, 18:06
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Agrarminister Travert äußert Verständnis für jene Franzosen, die sich den Haselnussaufstrich sonst nicht leisten könnten

Die französische Regierung will Superrabatte auf Nahrungsmittel verbieten. Damit sollen Raufereien um Nutella-Gläser, wie sie vergangene Woche in mehreren Einkaufszentren Frankreichs vorgekommen waren, verhindert werden.

Als eine Supermarktkette den Preis für 950 Gramm Nutella am vergangenen Donnerstag von 4,70 auf 1,41 Euro heruntersetzte, kam es zu Tumulten um den beliebten Aufstrich aus Haselnussschokolade. Videos dieser Szenen gingen um die Welt.

"Zwei für eins" soll es nicht mehr geben

Am Sonntag äußerte der französische Agrarminister Stéphane Travert Verständnis für die Kunden, die sich die Nutella-Gläser zum Teil aus den Händen gerissen hatte: "Das sind einfache Leute, die von wenig leben. Sie stürzen sich auf einen Aufstrich, den sie ihren Kindern nicht jeden Tag anbieten können, weil sie die Mittel dazu nicht haben. Ich verstehe, dass diese Leute ihren Kindern eine Freude machen wollen."

Weniger Freude macht ihnen der Minister mit der Ankündigung, diese Rabatte würden in Zukunft eingeschränkt. Eine Herabsetzung soll nur noch um 34 Prozent des Preises erlaubt sein. Das in Frankreich bekannte Angebot "Ein Produkt bezahlt, zwei erhalten" würde damit unzulässig. Und ein großes Glas Nutella dürfte nicht mehr um 1,41 Euro angeboten werden. (Stefan Brändle aus Paris, 28.1.2018)

  • Tumultartige Szenen wie jüngst in französischen Supermärkten soll es künftig nicht mehr geben.
    foto: ap

    Tumultartige Szenen wie jüngst in französischen Supermärkten soll es künftig nicht mehr geben.

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