Wienwert-Eigentümer streiten jetzt ums Geld

28. Jänner 2018, 18:02
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Das Gründerduo Sedelmayer und Bakirzoglu soll der Holding zwei Millionen Euro schulden, fordert nun aber im Gegenzug 4,5 Millionen

Wien – Bei der vor der Insolvenz stehenden Wienwert entfacht nun ein Streit zwischen den Eigentümern. Bekannt wurden nun gegenseitige Forderungen von den Gründern der Wienwert-Gruppe – Wolfgang Sedelmayer und Nikos Bakirzoglu – und deren Vorstand Stefan Gruze, der im April 2016 das Ruder von den beiden übernommen hatte. Sedelmayer und Bakirzoglu sollen dem Unternehmen zwei Millionen Euro schulden – offenbar auch in Zusammenhang mit privaten Hausbau-Aktivitäten. Das Gründerduo wiederum fordert nun von der Gesellschaft Zahlungen in der Höhe von mehr als vier Millionen ein. Das berichtet Profil und beruft sich auf Aufsichtsratsprotokolle der Wienwert-Mutter WW Holding.

"Nicht nachvollziehbar"

Der Vorstand der Holding hält diese Gegenforderungen für "nicht nachvollziehbar und bestreitet diese vollinhaltlich", wurde als Reaktion auf den Artikel mitgeteilt. Die offene Forderung von Sedelmayer und Bakirzoglu sei zudem bereits mehrfach eingefordert worden – auch die letzte Frist vom 31. Dezember 2017 sei ohne jegliche Zahlung verstrichen, heißt es in einer Mitteilung.

Laut Profil soll der Anwalt von Sedelmayer und Bakirzoglu, Stefan Prochaska, Gruze bereits im Dezember mitgeteilt haben, dass der offenen Forderung eine Gegenforderung gegenübersteht, die das Volumen ersterer deutlich übersteige. Auch das wird vom Holding-Vorstand bestritten. Erst am 23. Jänner habe der Vorstand "überraschend und zum ersten Mal von diesen Gegenforderungen erfahren". Das sei aus einer E-Mail-Kommunikation mit Prochaska auch einfach zu belegen. Man prüfe daher auch rechtliche Schritte gegen den Anwalt.

Angebliches Angebot

Ein weiterer Streitpunkt ist die Aussage Prochaskas im Profil, dass "ein deutscher Investor bereit ist, die Sanierung zu finanzieren" und dass ein diesbezügliches Angebot vorliege. Der Vorstand der Holding teilte dazu mit, dass man Prohaska aufgefordert habe, dieses Angebot vorzulegen. Die Frist bis Sonntag, 12 Uhr sei aber verstrichen. Man gehe daher davon aus, dass weder ein Angebot, geschweige denn ein verbindliches Kaufanbot inklusive Finanzierungsbestätigung, vorliegt und wird wie geplant einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht, dem Handelsgericht Wien, einbringen. Das wird in den nächsten Tagen erfolgen. Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung soll zumindest 20 Prozent Quote bringen. (red, 29.1.2018)

  • Rund um Wienwert tun sich Fragen auf. Nun wird auch noch um Geld gestritten.
    foto: apa/fohringer

    Rund um Wienwert tun sich Fragen auf. Nun wird auch noch um Geld gestritten.

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