Menschheitsgeschichte: Revolutionäre Entdeckungen

Kommentar26. Jänner 2018, 17:29
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Die Geschichte der Menschheitsentwicklung muss fast schon im Monatsrhythmus umgeschrieben werden

Fast genau auf den Tag vor fünf Jahren eröffnete im Naturhistorischen Museum (NHM) Wien die damals nagelneue anthropologische Schausammlung. Was man in der Gestaltung allerdings unterschätzte, ist die enorme Dynamik dieses Forschungsfelds: Nicht zuletzt dank der Weiterentwicklung der Paläogenetik, die zu völlig neuen Erkenntnissen führte, muss die Geschichte der Menschheitsentwicklung fast schon im Monatsrhythmus leicht korrigiert oder gar gröber umgeschrieben werden.

Die jüngste dieser Entdeckungen betrifft den Auszug des modernen Menschen aus Afrika: Dachte man bis vor kurzem, dass der Homo sapiens vor rund 200.000 Jahren im südlichen Afrika entstand und vor rund 60.000 Jahren seine erfolgreiche Eroberung des Planeten begann, so weiß man seit dieser Woche, dass der moderne Mensch bereits vor 180.000 Jahren die Arabische Halbinsel erreichte. Und im Juni 2017 wurden 315.000 Jahre alte Knochen, die man in Marokko fand, ebenfalls dem Homo sapiens zugerechnet.

Dazu kommen all die neuen Einsichten, die unser genetisches Neandertaler-Erbe betreffen oder die Verwandtschaft mit dem rätselhaften Denisova-Menschen. Die Paläoanthropologie führt damit besonders eindrücklich vor, wie viel von unserem wissenschaftlichen Wissen vorläufig ist. Und auch wenn dort nicht mehr alles im Detail stimmen mag: Die anthropologische Dauerausstellung im NHM Wien ist nach wie vor einen Besuch wert.(Klaus Taschwer, 26.1.2018)

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