"Cinderella" von Alma Deutscher: Traumland der Melodik

26. Jänner 2018, 16:33
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Die Wiener Staatsoper bringt als Kinderoper in der Walfischgasse "Cinderella" der zwölfjährigen Komponistin Alma Deutscher. Ein kleines Gespräch über Inspiration und Deutschers Fantasiewelt "Transsilvanien".

Wien – Das schöne bunte Opernwerk Cinderella, der Feder einer erstaunlichen jungen Dame entsprungen, erreicht nun also die Kinderoper-Dependence der Wiener Staatsoper in der Walfischgasse: Komponistin Alma Deutscher – sie schreibt Melodien und dazugehörige Harmonien im Kopf und also ohne In strument – ist allerdings (trotz der Aufführungsfreude) auch ein wenig traurig.

Ihr Opus hat an sich eine Länge von mehr als zwei Stunden (was bei der Wiener Erstaufführung 2016 im Casino Baumgarten zu genießen war). Für die jungen Hörer wurde nun aber auf eine Stunde gekürzt. Und weil das "schmerzhaft war" für sie, so Deutscher, konnte sie die Kürzungen nicht selbst vornehmen. Schließlich hat sie die Oper ja eher für Erwachsene geschrieben.

Wie auch immer – der Besucher wird dennoch erleben können, dass die Zwölfjährige auch vorzüglich Klavier spielen und selbst der Geige wunderbare Töne entlocken kann. Sie tritt in ihrer eigenen Oper als instrumentale "Inspiration" auf.

Zu ihren Ideen kommt die Zwölfjährige natürlich auf ungewöhnliche Art und Weise: Sie besitzt eine Springschnur, deren Herumschwenken sie inspiriert. Wichtig sei aber auch "Entspannung" und Almas Fantasiewelt, die sie "Transsilvanien" nennt (nein, Vampire gibt es da nicht, die Hauptstadt heißt Brasslichmei). Diese erweckt sie selbst mit Geschichten.

Früh übt sich

Wenn die Inspiration pausiert, fragt sich Deutscher auch, wie "meine imaginären Komponisten dieses Problem lösen würden. Was würden Antonin Yellowsink oder Shell tun? Manchmal komme sie mit guten Ideen", so die Sonderbegabte, die tatsächlich mit drei Jahren begann, von ihrem Vater Unterricht zu bekommen und offenbar bereits mit vier zu komponieren begann.

Denkt Deutscher an die ferne Zukunft, hofft sie, ihre Cinderella einmal auch auf der großen Wiener Staatsopernbühne hören zu können. Zudem ist Teil der Träume, jene Konzerte und Symphonien, die Deutscher auch zu schreiben gedenkt, in den interpretierenden Händen der Wiener Philharmoniker zu sehen.

Als nächste Werke schweben ihr vorerst aber ein Musical oder – da sorgt offenbar Wien für Inspiration – eine Operette vor. Ach ja, und da ist auch ein Buch im Entstehen. Alma: "Ich denke, jetzt wird es langsam schwierig, mich nicht ernst zu nehmen." (Ljubiša Tošić, 27.1.2018)

"Cinderella" von Alma Deutscher, Dirigent: Stefano Ragusini, Regie: Birgit Kajtna, Wiener Staatsoper, ab 28. Jänner

  • Komponistin, Pianistin und Geigerin Alma Deutscher. "Ich denke, jetzt wird es langsam schwierig,  mich nicht ernst zu nehmen", sagt die wundersame junge Dame, die 2005 in Oxford geboren wurde.
    foto: alex nightingale smith

    Komponistin, Pianistin und Geigerin Alma Deutscher. "Ich denke, jetzt wird es langsam schwierig, mich nicht ernst zu nehmen", sagt die wundersame junge Dame, die 2005 in Oxford geboren wurde.

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