Erdoğan will ins syrische Manbij einmarschieren

    26. Jänner 2018, 15:56
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    Präsident will "Kampf so lange fortsetzen, bis bis zur irakischen Grenze kein einziger Terrorist übrigbleibt"

    Damaskus – Trotz anhaltender US-Kritik will der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan die Militäroperation in Nordwestsyrien auf weitere kurdisch kontrollierte Gebiete ausweiten. Nach der Region Afrin werde die Türkei die Region Manbij "von Terroristen säubern", sagte er am Freitag vor Bürgermeistern seiner islamisch-konservativen AKP in Ankara.

    "Und dann werden wir unseren Kampf so lange fortsetzen, bis bis zur irakischen Grenze kein einziger Terrorist übrigbleibt." Die von kurdischen Milizen kontrollierte Region Manbij liegt östlich von Afrin und grenzt an die Türkei und den Irak.

    Konflikt mit USA droht

    Die Türkei richtet ihre Offensive in der Region Afrin gegen die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG, die mit den USA verbündet sind. Ankara sieht die YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die nicht nur in der Türkei, sondern auch in Europa und den USA auf der Terrorliste steht. Ein Vorgehen der Türkei in der Region Manbij wäre vor allem heikel, weil die USA dort zuletzt Ausbilder stationiert hatte.

    Erdoğan kritisierte die USA erneut für ihre Unterstützung der YPG und sagte: "Unser größtes Bedauern ist, dass im Moment diese Terrororganisationen mit den Flaggen Amerikas in dieser Region frei herumlaufen. Womit sollen wir das erklären?"

    "Keine Zivilsten" betroffen

    Unterdessen gibt es unterschiedliche Angaben über zivile Opfer bei der türkischen Militäroffensive. Während Erdoğan betonte, dass keine Zivilisten zu Schaden kämen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte alleine am Freitag fünf getötete Zivilisten durch türkische Luftschläge. Es handle sich dabei um eine Familie, darunter zwei Kinder. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle soll es bisher 38 zivile Todesopfer geben.

    Die türkischen Streitkräfte teilten mit, in der Nacht auf Freitag habe die Luftwaffe im Rahmen der Offensive "Olivenzweig" Verstecke und Waffenlager der kurdischen Volksschutzeinheiten YPG bombardiert. Dabei seien 23 Ziele zerstört worden. Seit Beginn der Offensive am vergangenen Samstag seien 343 gegnerische Kämpfer "neutralisiert" worden. Mit "neutralisiert" ist in der Regel getötet gemeint, der Begriff kann aber auch verletzt oder gefangen genommen bedeuten. Am Freitag schlug nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA zudem erneut eine Rakete aus Syrien im türkischen Grenzort Reyhanli ein.

    "Kein Kinderblut"

    Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministers Ahmet Demircan wurden bisher drei türkische Soldaten sowie elf Kämpfer der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) getötet. 130 FSA-Kämpfer seien verletzt worden.

    Erdoğan betonte, die türkische Armee habe "kein Blut von Frauen, kein Blut von Unschuldigen an den Händen, und das wird auch nie passieren". Das Volk und die Armee habe "definitiv kein Kinderblut an den Händen." Erdoğan sagte, die türkische Armee gehe mit Bedacht vor, um zivile Opfer zu vermeiden.

    Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, hatte gesagt, Washington habe "enorme Sorge" bezüglich des Todes von Zivilisten und fordere die Türkei dazu auf, mehr zu tun, "um zu versuchen, zivile Opfer zu vermeiden". (APA, dpa, 26.1.2018)

    • Recep Tayyip Erdogan mit seinen Generälen in Hatay
      foto: apa/afp/turkish presidential press service

      Recep Tayyip Erdogan mit seinen Generälen in Hatay

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