Ungleiche Bezahlung: BBC-Moderatoren verzichten teilweise auf Gehalt

26. Jänner 2018, 15:18
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Wollen auf Ende der ungleichen Bezahlung von Kolleginnen hinwirken

London – Mehrere BBC-Moderatoren nehmen freiwillig Gehaltskürzungen in Kauf. Sie wollen damit auf ein Ende der ungleichen Bezahlung von Kolleginnen hinwirken. Das berichtete die BBC am Freitag. Die fünf Radio- und Fernsehmoderatoren verdienen zwischen 200.000 und 750.000 britische Pfund (230.000 und 862.000 Euro) im Jahr.

Im Streit um ungleiche Bezahlung hatte Anfang Jänner die BBC-Bürochefin in China ihren Posten aufgegeben. Männer in der gleichen Position bekämen mindestens 50 Prozent mehr Gehalt als Frauen, kritisierte Carrie Gracie in einem offenen Brief auf ihrer Webseite.

Sie warf der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt eine "verschwiegene und illegale Bezahlungskultur" vor. Mit dem Schritt ziehe sie die Konsequenzen aus einer Weigerung ihres Arbeitgebers, die Bezahlung männlicher und weiblicher Chefs internationaler BBC-Büros anzugleichen. Eigenen Angaben zufolge verdient die Journalistin im Jahr 135.000 Pfund (rund 155.000 Euro).

Vergangenen Sommer hatte die BBC erstmals die Gehälter ihrer Top-Moderatoren in Radio und Fernsehen veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass von 96 Topverdienern der Rundfunkanstalt nur ein Drittel Frauen sind. Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zur ungleichen Bezahlung der BBC-Mitarbeiter werden kommende Woche erwartet. (APA, 26.1.2018)

Nachlese

BBC-Redaktionsleiterin Carrie Gracie kündigt Job wegen ungleicher Bezahlung – Gracie protestiert in einem offenen Brief gegen die Ungleichbehandlung, zahlreiche Kollegen unterstützen sie auf Twitter

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