VW up! GTI: Rennsemmeln backen

    5. Februar 2018, 07:41
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    Nach Golf und Polo jetzt auch der up!: Mit dem Kleinsten komplettiert VW sein GTI-Angebot

    Nizza – Wie soll man sich die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen vorstellen, die zur kleinstmöglichen Kategorie Automobil greifen? Autos mit knapp 2,70 (Smart Fortwo) bis 3,60 Meter Länge (VW up!)? Fahren die nur in der Stadt herum, mit müden Motoren und einem normalerweisen Aktionsradius von 100, 150 km? Ist denen Fahrspaß ein Fremdwort, hat dort dafür aber Sparsamkeit in jeder Hinsicht einen vertrauten Klang?

    VW meint, es gebe auch in dieser Einstiegsklasse eine wenn auch überschaubare Klientel, die es gern ein bisserl flotter hätte.

    foto: volkswagen
    Der kleinste GTI hat 115 PS.

    An genau diese richtet sich der jüngste GTI-Beitrag. Richtig, nach Golf und Polo gibt es jetzt auch einen up! GTI, und VW betont wohl nicht zu Unrecht, dass der dem Urmeter des Volkssportlers, dem 1er-Golf-GTI mit seinen 110 PS, am nächsten kommt. Die Ingenieure sind sozusagen einmal rundum gegangen, haben den up! bestimmungskonform angeschärft, Fahrwerk, Lenkung, Bremsen, Gasfeldkennung – bis hin zum 1,0-Liter-Dreizylinder mit 115 PS. Dessen Turbobeatmung ist dabei nicht nur logisch, sondern auch nötig, weil sonst der Ottopartikelfilter wie ein Stoppel wirkt, wenn der Vergleich erlaubt ist, Gegendruck und so.

    foto: volkswagen
    Links der Ahne, der erste Golf GTI von 1976, mit 810 kg Leergewicht und 110 PS. Der up! GTI liegt mit seinen 115 Turbo-PS leistungsmäßig ganz nah dran, mit 3,60 m ist er etwas kürzer als jener (3,71 m).

    Ob das Konzept schlüssig ist, harmonisch in der Umsetzung? Dazu befragen wir Kollegen Roland S., profunder GTI-Kenner vor dem Herrn. "Der (Golf) GTI war nie übertrieben stark, übertrieben laut. Insofern verkörpert der up! das ursprüngliche GTI-Gen, man kauft sich einen passablen Kompromiss. Das ist die Grenze, das passt, so viel verträgt er, mehr wäre schon wieder zu viel. Das Auto fühlt sich lustig an, man hat Kraft von unten heraus. Es fährt sich fröhlich, diese Fröhlichkeit überträgt sich auch auf den Fahrer."

    foto: volkswagen
    Für den GTI wurde das Fahrwerk des up! gestrafft.

    Das gestraffte Fahrwerk, das manchem vielleicht zu hart sein mag, passt jedenfalls ebenso gut zum Charakter wie die schärfere Lenkung. Lediglich die Sitze mit ihren starren Kopfstützen bleiben hinter den Erwartungen zurück.

    foto: volkswagen
    Den GTI erkennt man auch innen ganz leicht.

    Dass der lustigste up! jetzt auftaucht, passt in die Strategie, die VW und Audi schon lange erfolgreich fahren: Verblasst spät im Modellzyklus das Interesse an einer Baureihe, weckt man dieses noch einmal mit einer spaßigen, sportlichen Version. (Andreas Stockinger, 5.2.2018)

    foto: volkswagen

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    Volkswagen

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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