BMW i3s: Fröhlicher stromern

    1. Februar 2018, 08:16
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    Sauteuer, aber er wirkt: Für den BMW i3 könnte man eine alte Werbeformel zweckentfremden. Hohe Preise, das kennt man ja von den Weiß-Blauen. Wirksamkeit: Die Alltagsreichweite wurde auf rund 200 Kilometer gesteigert, und der i3s hat 184 PS statt 170 wie die Basisversion

    Wien – Gut vier Jahre nach Verkaufsstart ist er noch immer ein Blickfänger, der BMW i3. Und er polarisiert. Den einen ist das Elektroauto aus dem BMW-Stall futuristisch genug, um sich die Zukunft gar nicht mehr anders vorstellen zu können als elektrisch; andere empfinden den i3 als hässlich. Diese unterschiedlichen Sichtweisen gibt es auch bei der Sportversion des Cityflitzers.

    foto: andreas stockinger
    i3s? BMW wäre nicht BMW, würden die keine Performance-Version vom i3 ableiten. Das "s" steigert Spaß, kostet Kilometer ...

    Zur Unterscheidung vom Basismodell haben die Designer dem i3s eine Kotflügelverbreiterung verpasst, ihn um einen Zentimeter tiefer gelegt und die Spur um vier Zentimeter verbreitert. 20-Zoll-Felgen statt der üblichen 19er unterstreichen den sportiven Charakter des Elektro-Kleinwagens.

    Gangwahlhebel an der Lenksäule

    Von innen wirkt der i3s wenig verändert. Die Fahrgastzelle aus Karbonfasern bietet viel Platz. Selbst auf der Rückbank lässt es sich einigermaßen bequem sitzen, sofern man nicht ein Lulatsch ist. Die gegenläufig öffnenden Portaltüren sind ein netter Gag, mehr aber nicht. Noch immer gewöhnungsbedürftig sind der Gangwahlhebel an der Lenksäule und die Anordnung der Türgriffe: Zum Schließen greift man intuitiv ins Ablagefach.

    foto: andreas stockinger
    Auch ein Lulatsch findet im i3 ausreichend Platz.

    Unverändert gegenüber der Basisversion sind die beschränkten Ablageflächen. Viel Gepäck geht sich auch im Kofferraum nicht aus. Nun ja, es ist ein Stadtflitzer, kein Urlaubsauto. Rechtfertigt das "s" im Namen den höheren Anschaffungspreis? Kommt darauf an. Die Sportversion ist spritziger, was speziell beim Überholen von Vorteil ist. Aber in der Stadt?

    Ladefrage

    Zwischensprints kosten Reichweite. Das Auto an die Haushaltssteckdose hängen erfordert viel Geduld. Schnellladestationen sind aber noch immer vergleichsweise spärlich gesät.

    Der wichtigste Knopf im BMW-Stromer ist der Fahrmodus-Schalter, der an der Mittelkonsole eingebaut ist. Vier Modi stehen zur Wahl, alle vier haben wir bei einer Fahrt von Wien nach Herzogenburg ausprobiert. 80 km hin, 80 km zurück – das sollte sich gemäß Werksangaben locker ausgehen.

    foto: andreas stockinger
    Die Sportversion des i3 hat ausgestellte Radkästen.

    So locker war es aber letztlich nicht. Erstens ist Winter, zweitens ist es kalt, und drittens hat es auch noch geschneit am Testwochenende, sodass auch die Scheibenwischer ordentlich Arbeit hatten.

    Fahrmodi

    Gestartet sind wir im Modus EcoPro+, das Display zeigte rund 200 km Reichweite. Bei der sparsamsten Fahrvariante wird der Motor bei 90 km/h abgeregelt. In der Stadt ist das okay, auf der Autobahn aber nur mäßig lustig. Zudem beschlagen die Scheiben ohne vernünftige Klimatisierung.

    foto: andreas stockinger
    Das Cockpit des i3s.

    EcoPro ist der nächstsparsame Modus. Auch der taugt im Winter nur bedingt, schließlich will man es warm haben. Also Comfort. Da sind dann alle Systeme aktiviert, der Motor kann die volle Leistung der Batterie nützen. Im Sportmodus ist die Abstimmung noch um einen Deut dynamischer, das Fahren macht Freude. Mit der Reichweite geht es aber flott bergab.

    Gerettet hat uns letztlich die Garagensteckdose von Freunden in Herzogenburg. Die hat uns entscheidende 20 zusätzliche Kilometer spendiert, während wir einen wunderbaren faschierten Braten mit Kartoffeln und Guglhupf zum Nachtisch verzehrten. (Günther Strobl, 1.2.2018)

    foto: andreas stockinger

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    BMW

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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