Maßnahmen gegen den massiven Bodenverbrauch

    29. Jänner 2018, 09:46
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    Umweltbundesamt befragt Fachleute in den Ländern

    Eigentlich hat sich die Republik Österreich schon im Jahr 2002 darauf verständigt, den täglichen Bodenverbrauch – also die Menge an "versiegelten" Flächen – bis 2010 auf 2,5 Hektar zu begrenzen. Die Bemühungen zeigten nur geringen Erfolg; mit rund 15 Hektar pro Tag des Jahres 2016 (2013 waren es noch 20 Hektar) ist Österreich nach wie vor das Land mit dem höchsten Bodenverbrauch in Europa.

    Ende 2016 waren mehr als 230.000 Hektar an Boden versiegelt, also mit einer wasserundurchlässigen Schicht (meist Asphalt oder Beton) bedeckt. Das waren um 43.000 mehr als noch 2001. Rund 75.000 Hektar entfielen auf Gebäude. Setzt sich das so fort, wird es in 160 Jahren für die Landwirtschaft keine Böden mehr geben.

    Die Österreichische Hagelversicherung startete dazu kürzlich die Kampagne "Bodenlos" und präsentierte schon im Frühjahr 2017 eine Studie, die unter anderem zu dem Schluss kam, dass den vielen leerstehenden bzw. verfallenden Gebäuden – rund 50.000 Hektar bundesweit – stärkeres Augenmerk gewidmet werden sollte.

    "Best Practice" gesucht

    Um einen besseren Überblick über den Status quo des Bodenverbrauchs zu erhalten, hat das Umweltbundesamt im November ein Projekt gestartet. In Fachgesprächen mit den relevanten Akteuren in allen Bundesländern – etwa aus den Raumplanungs- und Wohnbauförderabteilungen, aber auch den Landwirtschaftskammern – will man Schlüsse ziehen, welche Instrumente sich für welchen Raumtyp besonders gut eignen, neue Maßnahmen und Instrumente entwickeln und ganz allgemein auch den Informationsaustausch zwischen den Bundesländern fördern. Bisher gebe es nämlich in jedem Bundesland andere Lösungen, aus denen Best-Practice-Beispiele eruiert werden sollen.

    Die Fachgespräche laufen noch bis Mai 2018, für Tirol und die Steiermark sind sie bereits abgeschlossen. Anfang 2019 soll dazu ein "Synthesebericht" veröffentlicht werden. (mapu, 29.1.2018)

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