"Polaris": Microsoft will Windows für Desktops radikal aufräumen

    26. Jänner 2018, 08:35
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    Neue Softwaregeneration soll modular aufgebaut sein – Fokus komplett auf die Universal Windows Platform

    Seit der ersten Version von Microsofts Betriebssystem Windows sind mehr als 30 Jahre vergangen. Und auch wenn über die Jahre immer wieder grundlegende Umbauten vorgenommen wurden, so haben sich doch zahlreiche Altlasten angesammelt. Mit einem neuen Projekt will das Unternehmen diese nun aber offenbar endgültig hinter sich lassen.

    Polaris

    Unter dem Codenamen "Polaris" arbeitet Microsoft derzeit an einer neuen Windows-Generation, die einige alteingesessene Technologien abstreifen soll, berichtet Windows Central. Dabei will man sich komplett auf die "Universal Windows Platform" (UWP) zur Programmerstellung konzentrieren. Parallel dazu sollen alte Win32-Komponenten aus dem Betriebssystem entfernt werden, die Kompatibilität zu alten Programmen soll nur mehr über eine Virtualisierungslösung gewahrt bleiben – ganz klar mit der Empfehlung, dass die Entwickler ihre Programme auf die UWP umstellen und aktualisieren.

    Die Streichung des Win32-Supports bedeutet aber auch, dass Microsoft einige der eigenen Komponenten komplett neuschreiben muss. Dazu zählt allen voran die Desktop-Umgebung von Windows selbst, die als Polaris CShell neu entwickelt wird – auch wenn Look und Funktionalität weitgehend erhalten bleiben sollen.

    Zielsetzung

    Von der Entfernung all dieser Altlasten erhofft sich Microsoft nicht zuletzt einen Performancegewinn sowie eine längere Akkulaufzeit für Laptops und Tablets. Die Beschränkung auf UWP-Apps bringt aber auch eine Verbesserung der Systemsicherheit mit sich.

    Gleichzeitig soll Windows auch modularisiert werden, das zugehörige Projekt nennt sich "Windows Core OS" (WCOS). Dadurch soll es möglich werden, das Betriebssystem besser an die jeweils gerade genutzte Hardware – also vom Tablet bis zum klassischen PC – anzupassen. Auf diese Weise geht nicht nur unnötiger Overhead verloren, die Benutzeroberfläche kann auch stärker auf die individuellen Notwendigkeiten ausgerichtet werden.

    Zeitplan

    Bleibt die Frage, wann das Ganze schlussendlich verfügbar sein soll: Aktuell visiert Microsoft laut dem Bericht eine Veröffentlichung im Jahr 2019 an. Wie immer bei so langfristigen Plänen gilt aber natürlich der Hinweis, dass sich der Termin noch ändern kann. Als Zielgruppe sieht man dabei zunächst vor allem Gelegenheitsnutzer, also jene, die einen Großteil ihrer Zeit mit Browser oder Office verbringen. Für Power Gamer oder professionelle Nutzer wird es parallel dazu aber auch weiterhin eine klassische Windows-Version geben. (red, 26.1.2018)

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      Microsoft arbeitet an einer grundlegend erneuerten Windows-Generation.

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