US-Medienkonzerne Viacom und CBS erwägen Fusion

    26. Jänner 2018, 13:22
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    Gespräche über Wiedervereinigung der beiden US-Firmen – Noch keine Entscheidung gefallen – Marktwert von zusammen über 37 Milliarden Dollar

    New York – Die US-Medienkonzerne Viacom und CBS liebäugeln nach Informationen von Insidern erneut mit einem Zusammenschluss. Viacom-Chef Bob Bakish und CBS-Chef Leslie Moonves hätten vor kurzem bereits Gespräche über eine Fusion geführt, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Die Beratungen könnten ein erster Schritt zu einer Wiedervereinigung der beiden Unternehmen sein.

    Es werde erwartet, dass die Vorstände von Viacom und CBS in den kommenden Wochen darüber berieten. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Allerdings sei Moonves, der Vorbehalte gegen eine Fusion hatte, nun etwas offener für einen solchen Plan.

    Die beiden Unternehmen gehörten früher zusammen und gehen seit mehr als zehn Jahren getrennte Wege. CBS ist einer der größten US-Sender. Zu Viacom gehören etwa das Hollywood-Studio Paramount und der Musiksender MTV. Viacom und CBS würden zusammen auf einen Marktwert von mehr als 37 Mrd. Dollar (rund 30 Mrd. Euro) kommen.

    Erst 2016 hatten die beiden Medienkonzerne einen Zusammenschluss ausgelotet. Das Vorhaben war letztlich gescheitert, weil der Großaktionär beider Firmen, der 94-jährige Medienmogul Sumner Redstone und seine Tochter Shari, ihren Plan für eine Fusion zurückgezogen hatten. CBS-Chef Moonves hatte ohnehin Zweifel am finanziellen Nutzen des Vorhabens für die Aktionäre gehabt.

    Viacom und CBS sowie eine Sprecherin von Großaktionärin Shari Redstone lehnten eine Stellungnahme ab.

    "Größe zählt jetzt und wird auch in Zukunft zählen"

    Allerdings hatte Shari Redstone ihren Wunsch nach einem Zusammengehen nie ganz begraben und Insidern zufolge weiter mit Managern beider Firmen gesprochen. Zusammen hätten sie mehr Macht bei Verhandlungen mit Kabel- und Satellitenunternehmen.

    Frischer Wind sei in die Überlegungen gekommen als der Unterhaltungskonzern Walt Disney im Dezember angekündigt hatte, das Film- und TV-Geschäft des Medienriesen Twenty-First Century Fox zu kaufen. "Größe zählt jetzt und wird auch in Zukunft zählen", sagte Shari Redstone vergangene Woche bei einer Veranstaltung in New York auf die Frage nach einem möglichen Zusammenschluss.

    Mit einem so großen und dominierenden Konkurrenten wie dem Online-Videodienst Netflix im Nacken, der auf eine Marktkapitalisierung von 113 Milliarden kommt, sei der Druck auf CBS und Viacom sich zusammenzutun, gestiegen, sagte Analyst Rich Greenfield vom Broker BTIG. "Es gibt ein dringendes Bedürfnis nach Größe", urteilte er. Beide Firmen hätten mit Problemen zu kämpfen, die sie zusammen besser angehen könnten. "Es geht darum: Fressen oder gefressen werden." (APA/Reuters, 26.1.2018)

    • Medienmogul Sumner Redstone ist Großaktionär von Viacom und CBS. 2016 war er gegen einen Zusammenschluss der beiden US-Riesen, jetzt loten die Unternehmen laut Insidern wieder eine Fusion aus.
      foto: reuters, fred prouser

      Medienmogul Sumner Redstone ist Großaktionär von Viacom und CBS. 2016 war er gegen einen Zusammenschluss der beiden US-Riesen, jetzt loten die Unternehmen laut Insidern wieder eine Fusion aus.

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