Kurz will die "tiefe FPÖ" nicht sehen

Einserkastl25. Jänner 2018, 17:19
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Eine kleine, großteils ultrarechte Clique hat die FPÖ gekapert

Bundeskanzler Sebastian Kurz wird noch viel Freude mit seinem Koalitionspartner FPÖ haben.

Zunächst hat er einen Vizekanzler, der die informierte Öffentlichkeit für Idioten hält. Aus Anlass des Falles Liedbuch/Germania/Landbauer sagte Heinz-Christian Strache nach dem Ministerrat vor versammelter Presse: "Burschenschaften haben nichts mit der FPÖ zu tun." Eh nicht. Strache ist bei der Vandalia, Norbert Hofer bei der Marko Germania, Johann Gudenus bei der Vandalia.

Die jetzige FPÖ besteht fast nur aus Burschenschaftern. Eine kleine, großteils ultrarechte Clique hat die Partei gekapert. Das ist die "tiefe FPÖ".

Der niederösterreichische FP-Spitzenkandidat Udo Landbauer war ewig Mitglied der Germania und will nicht mitbekommen haben, dass in ihren Liederbüchern übelstes Nazi-Zeug steht. Er hat ja nicht mitgesungen. Aus den Tiefen der FPÖ kommt immer und immer wieder solches Zeug. Zugegeben, manche in der Partei wollen das nicht, aber ein Blick auf die Websites der meisten Burschenschaften genügt, um zu wissen, woran man ist.

Das müsste auch Kurz wissen. Er zieht sich immer noch auf seine Minimalvariante "Strafrecht" zurück. Es gibt ein Gesetz gegen NS-Wiederbetätigung, darüber hinaus gibt es aber ein ungeschriebenes Gesetz, was geht und was nicht geht. Kurz will das nicht sehen. Das reicht nicht für einen Bundeskanzler. (Hans Rauscher, 25.1.2018)

Weitere Kommentare von Hans Rauscher lesen Sie hier.

  • Heinz-Christian Strache und Sebastian Kurz.
    foto: reuters/heinz-peter bader

    Heinz-Christian Strache und Sebastian Kurz.

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