Partnerschaft: Warum wir zusammenbleiben

    2. Februar 2018, 06:00
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    Psychologen lüften das Geheimnis funktionierender Partnerschaften: Paare, die sich einig sind, entwickeln sich synchron und "schaukeln sich nach und nach ein"

    Seit zehn Jahren erheben Wissenschafter mehrerer deutscher Universitäten in der auf 14 Jahre angelegten Längsschnittstudie "Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics" (Pairfam) Daten zur Gestaltung von Partnerschaft und Familie. Dazu befragen sie jährlich 12.000 Probanden, deren Partner, Eltern und Kinder.

    Ein Team um Christine Finn der Universität Jena konnte in den vergangenen zwei Jahren bereits erste Forschungsergebnisse präsentieren. "Es ist uns beispielsweise gelungen, die Wechselwirkung zwischen Selbstwertgefühl und Depression innerhalb einer Paarbeziehung stärker offenzulegen", sagt die Psychologin.

    "So verstärkt ein niedriges Selbstwertgefühl zwar häufig die Depressivität einer Person, ein Partner mit einem größeren Selbstwertgefühl aber kann durchaus eine positive Wirkung auf sie haben und das höhere Risiko, an einer Depression zu erkranken, abpuffern."

    Trennungsgrund: Uneinigkeit

    Ein weiteres Ergebnis liefert Antworten auf eine der wohl wichtigsten Fragen für Beziehungen: Warum bleiben manche Paare ein Leben lang zusammen, während sich andere wieder trennen? "Ohne eine Langzeitstudie wie Pairfam lässt sich eine solche Problemstellung kaum näher beleuchten", erklärt Finn. "Denn nur so können wir die Entwicklung einer Beziehung vom Beginn bis zum Scheitern betrachten – und zwar aus der Perspektive beider Partner."

    Genau das hat die Forscherin getan und dabei festgestellt, dass die Wahrnehmung der Bedürfnisse des Einzelnen innerhalb einer Beziehung entscheidend für den Verlauf des gemeinsamen Weges ist. "Wenn eine Person innerhalb einer Beziehung beispielsweise darauf bedacht ist, ihre Unabhängigkeit zu bewahren, dann ist es von Vorteil, wenn das auch der Partner so sieht", erklärt die Psychologin. "Wenn aber hier ein Ungleichgewicht vorliegt und jemand das Gefühl hat, er komme zu kurz, dann wird das höchstwahrscheinlich nicht lange funktionieren."

    Paare, die sich einig sind, entwickeln sich synchron und "schaukeln sich nach und nach ein". Nicht etwa einschneidende Krisensituationen seien also in der Regel verantwortlich für Trennungen, sondern eher persönliche Eigenschaften, die von Beginn an feststehen.

    Beziehung und Internet

    Was die Forscher noch herausgefunden haben: Nach der Einführung des Elterngeldes haben sich auch die Ansichten zur Arbeitsteilung innerhalb einer Partnerschaft verändert.

    Besonders gespannt sind die Psychologen nun auf das Partnerschaftsverhalten der Geburtenjahrgängen um die Jahrtausendwende. Diese Generation liefert den Forschern zufolge erste Einblicke, welchen Einfluss das Internet auf Partnerschaften hat. (red, 2.2.2018)

    • Einschneidende Krisensituation sind selten für Trennungen verantwortlich, sagen deutsche Psychologen. Sie sind eher die Spitze des Eisbergs, das Fundament bilden die persönlichen Eigenschaften der Partner.
      foto: getty images/istockphoto

      Einschneidende Krisensituation sind selten für Trennungen verantwortlich, sagen deutsche Psychologen. Sie sind eher die Spitze des Eisbergs, das Fundament bilden die persönlichen Eigenschaften der Partner.

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