Grüne zittern um Wiedereinzug in Kärntner Landtag

    25. Jänner 2018, 11:04
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    Ein zweistelliges Ergebnis wie 2013 ist wohl außer Reichweite

    Klagenfurt – Die Grünen müssen in Kärnten – wieder einmal – um den Einzug in den Landtag zittern. Spitzenkandidat Rolf Holub ist das zwar von früheren Wahlen gewohnt, die vergangenen fünf Jahre standen hingegen im Zeichen der Regierungsbeteiligung. Dies wäre bei erfolgreichem Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde zwar wieder möglich, aber keineswegs sicher. Heute präsentieren sie ihre Kampagne.

    2013 hatten die Grünen mit 11,82 Prozent ihr bei weitem bestes Resultat in Kärnten geschafft. Fünf Mandate und ein Landesrat waren der Lohn. Im vergangenen Jahr lief aber alles schief, bei einer Landesversammlung fielen reihenweise Kandidaten durch, die man für gesetzt gehalten hatte. Das widerfuhr auch Landessprecherin Marion Mitsche, die daraufhin zurücktrat und nun mit einer eigenen Liste antreten will. Nach dem Debakel der Bundespartei bei der Nationalratswahl im Oktober 2017 heißt es nun erneut zittern.

    Nicht das erste Mal knapp

    Schon früher hatten die Grünen alles andere als großartige Resultate erzielt. Nachdem sie zuerst durch eine Zehn-Prozent-Hürde aus dem Landesparlament ferngehalten wurden, schafften sie 2004 mit zwei Mandaten erstmals den Sprung in das Landesparlament. Bei der Wahl 2009 wurde es extrem knapp, da retteten erst die Wahlkarten die Abgeordneten vor dem Ausscheiden.

    Dass es 2013 so gut lief, verdankten die Grünen vor allem den Freiheitlichen und dem Hypo-Skandal. Dieser gab Holub die Möglichkeit, sich als Aufdecker zu positionieren, was von den Wählern auch honoriert wurde. Parteiintern hatte Frank Frey Holub als Landessprecher abgelöst, 2015 wechselte Frey in die Klagenfurter Stadtregierung und gab die Parteifunktion ab. Für ihn kam Marion Mitsche, die zwei Jahre später im Streit die Partei verließ.

    Nun werden die Kärntner Grünen von einem Leitungsgremium geführt, als Sprecher nach außen fungiert Holub. Wirklich griffige Themen für den Wahlkampf fehlen den Grünen diesmal aber, ebenso mangelt es an Linie und Organisation. So hatte Holub im Oktober angekündigt, sich noch vor der Landtagswahl zum Landessprecher wählen zu lassen, davon war dann aber keine Rede mehr. (APA, 25.1.2018)

    • Spitzenkandidat Rolf Holub ist das Zittern zwar von früheren Wahlen gewohnt, die vergangenen fünf Jahre standen aber im Zeichen der Regierungsbeteiligung.
      foto: apa/herbert pfarrhofer

      Spitzenkandidat Rolf Holub ist das Zittern zwar von früheren Wahlen gewohnt, die vergangenen fünf Jahre standen aber im Zeichen der Regierungsbeteiligung.

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