Erhöhter Körperfettanteil führt zu Herzinsuffizienz

    26. Jänner 2018, 12:04
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    Das Körperfett nimmt auch auf molekularer Ebene Einfluss auf die Herzfunktion, das haben Berliner Forscher nun bestätigt

    Wissenschafter des Instituts für Pharmakologie der Charité Universitätsmedizin Berlin haben nachgewiesen, dass die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Körperfett erhebliche Auswirkung auf die Gesundheit des Herzens hat. Durch einen Eingriff in den Fettstoffwechsel konnten sie das Risiko der Entstehung einer Herzschwäche erfolgreich senken. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift PLOS Genetics veröffentlicht.

    Die Herzschwäche ist eine chronische Erkrankung, an der jeder zweite bis dritte Patient innerhalb von fünf Jahren verstirbt. Auf der Suche nach den molekularen Ursachen für und neuen Therapien gegen die Herzschwäche stellte eine Arbeitsgruppe um Ulrich Kintscher an der Charité fest, dass sich Veränderungen im Stoffwechsel des Fettgewebes auf die Entwicklung der Krankheit auswirken.

    Schutz vor Herzschwäche

    "Wir konnten zeigen, dass das Körperfett die Lipidzusammensetzung des Herzens verändert und wahrscheinlich über diese Veränderungen die Herzfunktion beeinflusst", fasst Kintscher, Direktor des Institutes für Pharmakologie und des Center for Cardiovascular Research der Charité, das Ergebnis der Studie zusammen.

    Schon seit längerem wird vermutet, dass Körperfett auch auf molekularer Ebene Einfluss auf die Herzfunktion nimmt. Ein Schlüsselprozess ist hierbei die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, wurde im Tiermodell in den Fettstoffwechsel eingegriffen und das Gen für das betreffende Enzym Adipozyten-Triglycerid-Lipase (ATGL) im Fettgewebe ausgeschaltet.

    Das Ergebnis: Die behandelten Mäuse waren fast vollständig vor einer Herzschwäche geschützt. Zusätzlich wurden Blutproben von Patienten ohne und mit Herzschwäche für die Studie herangezogen. Die Lipidveränderungen im Blut entsprachen in einigen Aspekten den Veränderungen, die in den Herzen der Tiere zu beobachten waren. Im einem weiteren Schritt wollen die Forscher ihre Ergebnisse nun in die klinische Anwendung übertragen.

    Fettgewebe beachten

    Eine zentrale Frage hierbei: Wie kann das für die Freisetzung der Fettsäuren verantwortliche Gen und das Enzym ATGL gezielt nur im Fettgewebe mit Medikamenten beeinflusst werden? Zusätzlich sollen die Ergebnisse in weiteren Patientenanalysen bestätigen werden.

    In Zusammenarbeit mit Kardiologen der Charité wird die Bedeutung des Fettgewebes für die Herzinsuffizienz auch im klinischen Alltag untersucht. Kintscher: "Für die Patienten heißt das, dass man jetzt schon bei Diagnostik- und Therapieentscheidungen verstärkt das Fettgewebe im Auge behalten sollte, auch wenn man eigentlich eine Herzerkrankung behandeln möchte." (red, 26.1.2018)

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