Winterspiele 2026: Auch Kärnten will auf den Grazer Olymp

24. Jänner 2018, 19:25
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Werden Graz und Schladming olympisch? Nicht ohne vorher die Bevölkerung zu befragen, fordern Skeptiker einer Bewerbung. Kärnten will auch mitspielen

Graz/Klagenfurt/Wien – Getreu dem olympischen Gedanken will auch Kärnten mit von der Partie sein. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bot am Mittwoch an, Graz und Schladming bei deren Bewerbung um die Olympischen Winterspiele und die Paralympics 2026 zu unterstützen. "Olympische Eishockeyspiele in Klagenfurt und Villach wären nur ein mögliches Highlight", zeigte sich Kaiser von der Initiative der Steirer begeistert. Gemeinsam wären sowohl die Bewerbung als auch die Austragung der sportlichen Großveranstaltung leichter zu schultern, ist er überzeugt.

In der Steiermark hingegen wurde die mögliche Bewerbung, die bis Ende März in Form eines "Letter of Intent" an das Internationale Olympische Komitee (IOC) abgeschickt werden müsste, eher schaumgebremst aufgenommen. Vor allem der Umstand, dass die Bürgermeister von Graz und Schladming, Siegfried Nagl und Jürgen Winter (beide ÖVP), es nicht für notwendig erachten, die Zustimmung der Bevölkerung einzuholen, sorgt für Unmut.

Winterspiele dürfe es nur nach einer Volksbefragung geben, sagte KPÖ-Landtagsklubchefin Claudia Klimt-Weithaler. Der Grazer SPÖ-Klubvorsitzende Michael Ehmann hält eine Olympia-Bewerbung zwar für einen "reizvollen Gedanken", das letzte Wort müssten aber "auf jeden Fall die Grazerinnen und Grazer haben". Er forderte einen umgehenden Faktencheck zu den Kosten.

Die Kostenfrage

Die KPÖ lieferte zumindest Vergleichszahlen: Die Ski-WM in Schladming 2013 habe 414 Millionen Euro gekostet. Für Olympische Spiele müssten wohl Milliarden ausgegeben werden – auch wenn das IOC dem Gigantismus der vergangenen Jahre ein Ende setzen will. Sotschi in Russland 2014 soll 50 Milliarden Euro gekostet haben.

Wie der STANDARD berichtete, hat im Vorjahr auch Tirol eine Bewerbung für 2026 überlegt, allerdings fiel im vergangenen Oktober eine Abstimmung im ganzen Bundesland mit 53,25 Prozent Nein-Stimmen negativ aus. Innsbruck war 1964 und 1976 Host-City der Olympischen Winterspiele und 1984 der Winter-Paralympics.

Graz hatte sich für die Winterspiele 2002 schon einmal beworben, die Spiele wurden aber an Salt Lake City vergeben. Durch die Ausrichtung der Special-Olympics-Winterspiele im vergangenen März sind Graz/Schladming aber offenbar wieder auf den Geschmack gekommen.

Auch Salzburg ist insgesamt schon vier Mal abgeblitzt, zuletzt im Jahr 2007 (für die Winterspiele 2014), aber immerhin schaffte man es bis in die internationale Ausscheidung. Die Mehrheit der Salzburger wäre für die Spiele gewesen.

In Wien zerplatzte 2013 der Traum von Sommerspielen schon bei der Befragung der Bevölkerung. Stattdessen wird 2028 Los Angeles (wieder) zum sportlichen Olymp. (simo, 25.1.2018)

  • Graz und Schladming wollen die Olympischen Winterspiele 2026 in die Steiermark holen. Nur noch bis Ende März haben sie für eine Bewerbung beim IOC Zeit.
    foto: apa/recht, montage: beigelbeck

    Graz und Schladming wollen die Olympischen Winterspiele 2026 in die Steiermark holen. Nur noch bis Ende März haben sie für eine Bewerbung beim IOC Zeit.

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