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    Geschichte des österreichischen Weins

    24. Jänner 2018, 16:16

    Schon vor mehr als 60 Millionen Jahren gab es Weinreben. In der nacheiszeitlichen Wärmeperiode (vor 10.000 bis 5.000 Jahren) wanderte die Rebe entlang der Donau nach Nordwesten. Der Mensch als "homo sapiens" fand jene Wildrebe vor, die als Urform der Kulturrebe aller europäischen Edelsorten gilt.

    700 v. Chr.

    Die Kelten und vermutlich auch ihre illyrischen Vorgänger erziehen bereits Kulturreben in einer sehr einfachen Form des Weinbaues; so werden in einem keltischen Grabhügel aus der Hallstattzeit im burgenländischen Weinbauort Zagersdorf eindeutig Traubenkerne der Kulturrebe Vitis vinifera gefunden. Bronzezeitliche Traubenkernfunde belegen eine jahrtausendealte Weinbautradition auch im Traisental und in Weinviertler Ort Stillfried an der March.

    1. Jh. v. Chr.

    Die Römer beginnen auch in unseren Breiten mit einer systematischen Form des Weinbaues: Nachweise finden sich im Donauraum (im heutigen Weinbaugebiet Carnuntum), rund um den Neusiedlersee, im Südburgenland und in der Südsteiermark bei Flavia Solva.

    276 bis 282

    Der römische Kaiser Marcus Aurelius Probus, der in diesem Zeitraum regiert, hebt das seinerzeit von Kaiser Domitian für Weinreben nördlich der Alpen erlassene Anbauverbot ausdrücklich auf und hält sein Heer zur Anlage neuer Weingärten im pannonischen Raum an.

    482

    Der römische Historiker Eugippius erwähnt in der Biografie des Heiligen Severin, dass sich dieser vor seinem Tod an einen Ort "qui ad vineas vocabatur", also in die Weingärten, zurückgezogen hat. Diese Weinberge werden in der Gegend von Mautern, somit am rechten Donauufer gegenüber von Krems, vermutet, nach anderen Quellen aber in Heiligenstadt oder Nussdorf im Wiener Gemeindebezirk Döbling.

    488

    Die Römer geben ihre Herrschaft über die einstige Provinz Noricum endgültig auf; in den nachfolgenden Wirren der Völkerwanderung werden die österreichischen Weinberge zum Großteil verwüstet.

    795

    Karl der Große erlässt seine "Capitulare de Villis", in denen unter anderem detaillierte Angaben über Weinbau, Weinpflege und Weinrecht enthalten sind. Im Rahmen der karolingischen Kolonisation wird der Weinbau im östlichen Raum des Frankenreiches nachhaltig gefördert: Unter anderem wird ein Weinbaukataster eingeführt und eine Bewertung und Bereinigung der Vielzahl von Rebsorten durchgeführt.

    890 bis 955

    Der Weinbau erleidet Rückschläge durch Einfälle der Magyaren.

    10. bis 12. Jh.

    Die Zisterzienser brachten mit Stift Heiligenkreuz und dem Freigut Thallern in der Thermenregion burgundische Weinkultur nach Österreich. An der Donau waren es vor allem bayrische Bistümer und Klöster die mit der Urbarmachung von Flusstälern, wie etwa der Anlage der Terrassenkulturen in der Wachau, beginnen. Damals bewirtschaften Klöster, wie die bayerischen Abteien Niederaltaich und Herrieden, die Stifte Tegernsee und Metten sowie die Hochstifte Freising, Passau und Regensburg ebenso Weinberge, wie der Erzbischof von Salzburg, die zu einem kleinen Teil sogar noch heute in deren Besitz stehen.

    1170

    Als die Residenz der Babenberger nach Wien verlegt wird, erlebt auch der Weinbau in der neuen Hauptstadt einen Aufschwung. Nun dürfen nämlich auch die Wiener Bürger Weingärten erwerben, die damals weite Teile der inneren Bezirke belegten.

    1327

    Der zur Kartause Mauerbach gehörende Seitzerkeller wird in der Wiener Dorotheergasse angelegt; in der Folge werden 60 weitere, teilweise mehrstöckige Kellerlokale errichtet und auch in den so genannten Trinkstuben die selbst erzeugten Gewächse ausgeschenkt.

    1359

    Rudolf IV. erhebt eine 10%ige Getränkesteuer unter der Bezeichnung Ungeld; darüber hinaus werden auch Bergrechtsablösen der Grundherren und eine Vielzahl von Mautgebühren, welche Städte und Landesfürsten für die Einfuhr und Durchfuhr von Weinen verlangen, eingehoben.

    15. bis 16. Jh.

    Die Rebfläche erreicht in Österreich ihre größte Ausdehnung: die Weingärten erstrecken sich entlang der Donau bis nach Oberösterreich und in der Steiermark bis zum Semmering, aber auch in Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg ist der Weinbau weit verbreitet, sodass man von einer mindestens dreimal größeren Rebfläche als heute ausgeht.

    1524

    Die ungarische Königin Maria gewährt den Ruster Winzern das Privileg, als frühen Herkunftsschutz ein großes "R" in ihre Weinfässer einzubrennen.

    1526

    In Donnerskirchen wird aus Besitztümern der fürstlichen Familie Esterházy erstmals ein urkundlich belegter hochgradiger Dessertwein (wahrscheinlich eine Trockenbeerenauslese), der so genannte Lutherwein gewonnen. Fürst Paul Esterházy erwarb davon 1653 ein großes Fass. Am Fassinhalt durften sich geneigte Genießer über 300 Jahre lang erfreuen. Erst 1852 war der letzte Tropfen ausgetrunken.

    1582

    Der Schottenmeister Johannes Rasch veröffentlicht sein bekanntes Werk: "Von Bau, Pflege und Gebrauch des Weines".

    17. Jh.

    Durch Religionskriege, Türkenbelagerungen, hohe Steuern und den Aufschwung des Bieres wird der Weinbau stark eingedämmt.

    1681

    Rust erkauft sich mit 60.000 Gulden und 500 Eimern Ausbruchwein den Titel einer königlichen Freistadt.

    18. Jh.

    Unter Maria Theresia (1740 – 1780) und ihrem Sohn Joseph II. (1780 – 1790) wird der Weinbau wieder stark gefördert. In diesen Zeitraum fallen auch die Anfänge der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Weinbaus in Österreich.

    1784

    Die Josephinische Zirkularverordnung vom 17. August 1784 erlaubt es jedem, "die von ihm selbst erzeugten Lebensmittel, Wein und Obstmost zu allen Zeiten des Jahres, wie, wann und zu welchem Preis er will, zu verkaufen oder auszuschenken". Sie ist somit Vorläuferin der berühmten Buschenschankverordnung, die den Siegeszug der Heurigen und Buschenschänken in Österreich ermöglichte.

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