Lohnschere zwischen Jung und Alt wird laut IWF immer größer

24. Jänner 2018, 15:21
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IWF-Chefin Lagarde drängt auf die Unterstützung von Jugendlichen mit geringem Einkommen

Washington – In der Europäischen Union geht die Einkommensschere zwischen Jung und Alt nach einer IWF-Studie immer weiter auseinander. "Besonders junge Menschen im Arbeitsalter geraten in Rückstand", warnte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Es bestehe die Gefahr, dass sich eine gesamte Generation niemals erholen werde.

Der Studie zufolge stagnieren die Einkommen der 18- bis 24-Jährigen, nachdem die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe infolge der Weltwirtschaftskrise 2007 stark angestiegen sei. Noch immer ist demnach jeder Fünfte auf Arbeitssuche, schrieb Lagarde in einem Blogbeitrag. EU-Bürger ab 65 Jahren hätten dagegen einen Einkommensanstieg von zehn Prozent verzeichnen können, da die Pensionen erhalten worden seien.

Langfristige Lohnverluste

Eine solche Einkommensschere könne zu langfristigen Lohnverlusten oder "Narbenbildung" führen, warnte Lagarde. Denn jemand mit weniger Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt habe weniger Chancen, einen Job zu finden. Es könne "extrem schwierig, wenn nicht so unmöglich sein, sich davon später in der Karriere zu erholen".

Für mögliche Lösungsansätze verwies Lagarde unter anderem auf Deutschland: Durch die Struktur der Berufsausbildungen würden junge Menschen dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt gehalten.

Die IWF-Chefin schlug vor, auch mithilfe der Vermögensteuer könnten Programme für junge Menschen finanziert werden. Aktuell sei die Steuer, inklusive der Erbschaftsteuer, niedriger als im Jahr 1970.

"Hier geht es nicht darum, eine Altersgruppe gegen eine andere aufzuwiegen", betonte Lagarde. "Der Aufbau einer Wirtschaft, von der junge Menschen profitieren, schafft eine solidere Grundlage für alle." (APA, 24.1.2018)

  • Christine Lagarde: "Hier geht es nicht darum, eine Altersgruppe gegen eine andere aufzuwiegen."
    foto: reuters/denis balibouse

    Christine Lagarde: "Hier geht es nicht darum, eine Altersgruppe gegen eine andere aufzuwiegen."

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