Bildungsminister Faßmann will vor Uni-Zugang über Finanzierung reden

24. Jänner 2018, 12:47
18 Postings

Zuerst müsse man die Finanzierung regeln, erst dann sei eine Diskussion über den Unizugang sinnvoll, meint der Bildungsminister

Wien – Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will vor einer Diskussion über weitere Beschränkungen beim Hochschulzugang die neue Universitätsfinanzierung beschließen. Danach werde es eine Möglichkeit geben, das bereits in mehreren Studienrichtungen verankerte "Self Assessment" auf weitere Fächer auszudehnen, so Faßmann im Pressefoyer des Ministerrats.

Noch nicht fix sein dürfte die Einführung des im Regierungsprogramm verankerten "ETH-Zürich-Modells". Dieses an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich verankerte Konzept sieht zwar keine Zugangsbeschränkung vor, allerdings ein verschärftes Studienrecht.

Prüfungsblock

Die Studenten müssen dabei am Beginn des Studiums ein sogenanntes Basisjahr absolvieren, in dem die Grundlagen des jeweiligen Studiums sowie verwandter Fächer vermittelt werden. Beim Biologiestudium etwa sind das neben dem Kernbereich Biologie auch Mathematik, Informatik, Chemie, Physik und Statistik. In diesem Basisjahr sind anders als im späteren Studium alle Vorlesungen vorgegeben. Am Ende werden dann alle Fächer während einer "Prüfungssession" in einem Block geprüft ("Basisprüfung"). Für das Bestehen ist das Erreichen eines bestimmten Notenschnitts aus allen diesen Fächern nötig. Wer dies beim ersten Antritt nicht schafft, hat nur noch einen weiteren. Außerdem muss das Basisjahr nach höchstens zwei Jahren abgeschlossen sein.

Faßmann bezeichnete dieses Modell nur als eine von mehreren zu diskutierenden Möglichkeiten. Die Studierenden könnten dadurch ein Jahr verlieren, gab er zu bedenken.

Die neue Universitätsfinanzierung muss bis nächsten Mittwoch dem Parlament vorgelegt werden. Das sieht ein im Sommer 2017 verabschiedeter Gesetzesbeschluss vor. Damals beschloss der Nationalrat mit den Stimmen von SPÖ, Neos, Grünen und FPÖ die Erhöhung des Unibudgets für die Jahre 2019 bis 2021 um 1,35 Milliarden auf 11,07 Milliarden Euro. Damit verbunden war eine Verpflichtung der Regierung, bis Ende Jänner dem Parlament einen Entwurf zur Studienplatzfinanzierung zuzuleiten. Im Sommer war dazu bereits ein Begutachtungsentwurf versendet worden. (APA, 24.1.2018)

Share if you care.