Vulkan Mayon: Tausende Anrainer weiterhin auf der Flucht

    24. Jänner 2018, 11:52
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    Das Naturereignis lockt aber auch Touristen aus Europa und den USA an

    Auf den Philippinen sind Tausende weitere Menschen vor dem drohenden Ausbruch des Vulkans Mayon geflohen. Mittlerweile seien mehr als 56.000 Anrainer in Notunterkünften untergebracht, teilte das Rote Kreuz am Mittwoch mit. Ihre Zahl sei rasch gestiegen, nachdem die Sperrzone rund um den Mayon von einem Umkreis von sechs auf neun Kilometer ausgeweitet worden war, sagte Rose Rivero vom Roten Kreuz.

    Die Zustände in den Notunterkünften sind prekär. Viele Menschen müssen auf dem blanken Fußboden schlafen. Im Schnitt müssen sich 50 Menschen eine Toilette teilen, wie Rivero ausführte. Auf Grundlage der Erfahrungen mit dem Mayon in der Vergangenheit sei zu befürchten, dass die Menschen erst in drei bis vier Monaten in ihre Häuser zurückkehren könnten.

    Vor zwei Wochen war der Mayon wieder aktiv geworden. Am Montag warnte die staatliche Behörde für Vulkanologie vor einem "unmittelbar" bevorstehenden massiven Ausbruch des Vulkans. Am Dienstag stieß er bis zu 700 Meter hohe Lava-Fontänen aus, am Mittwoch war eine dichte, fünf Kilometer hohe Aschewolke über dem Vulkan zu sehen. Außerdem spuckte er erneut Lava.

    Während die Anrainer vor dem Vulkan flohen, reisten Touristen aus Europa, den USA und Südkorea eigens an, um den Ausbruch zu sehen. "Sie werden von den Aktivitäten des Mayon angezogen", sagte die Rezeptionistin des Vier-Sterne-Hotels Oriental in Legazpi, Nics Ortonio. "Sie wollen sich das näher anschauen."

    Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring mit besonders starker vulkanischer Aktivität. Der 2.460 Meter hohe Mayon ist einer der aktivsten Vulkane des Archipels. Im Jahr 1814 waren bei einem Ausbruch des Mayon mehr als 1.200 Menschen gestorben. Im Mai 2013 kamen bei einem Ausbruch des Mayon vier ausländische Touristen und ihr einheimischer Bergführer ums Leben. (APA, 24.1.2018)

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      foto: reuters/rhadyz barcia
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