Neueröffnung des Tanzquartiers Wien: Kren für Kannibalen

23. Jänner 2018, 17:00
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Vier Tage Programm ab Donnerstag, unter anderen mit Alexandra Pirici, Mark Tompkins, Andrea Maurer, Doris Uhlich und Philipp Gehmacher

Wien – Julius Deutschbauer lässt die Würsterln antanzen. Das ist sein Senf zur Neueröffnung des Tanzquartiers Wien (TQW). Selbiges, so titelt der Wiener Künstler, reibe sich "ab jetzt seinen Kren wieder selbst".

Mit einem schnittigen dreitägigen Festival von Donnerstag bis Sonntag geht eine um vier Monate verspätete Saison los, und zwar am 25. Jänner um 19.30 Uhr mit Doris Uhlichs neuem Ensemblestück Every Body Electric, einer "radikalen Einladung, tänzerisch Potenziale zu erforschen", in der TQW-Halle G / Museumsquartier.

Zum Deutschbauer'schen Tanz geht es anschließend durch die Andrea Maurer'sche Stufenphilosophie We don't think enough about staircases, und oben in den Studios warten Margareth Kaserer und Simon Steinhauser mit einem Marktgeschrei: Artists For Sale! Das wird eine fiktive Galerie, in der zu lernen ist, wie sehr Kunstschaffende geliebt und gekauft werden wollen.

Zudem spricht der Londoner Performer Franko B aus, was viele (wenn auch ohne Musik von Helen Ottaway) ihre Geliebten oder Gehassten wissen lassen: I'm Thinking of You. Abgerundet wird das Ersttagsprogramm mit einem "schweißtreibenden" DJ-Set.

Geste des Widerstands

Weiter geht es ab Freitag mit Alexandra Piricis Delicate Instruments of Engagement in der Kunsthalle Wien (26. bis 28. 1.), einer Sneak Preview von Mark Tompkins' Alters- und Todespoesie Stayin Alive unter Mitwirkung von Frans Poelstra, und Tamara Cubas importiert aus Uruguay den zweiten Akt ihrer Anthropophagischen Trilogie, einer Geste des Widerstands gegen die Kommerzialisierung des Körpers.

Am Samstag öffnet Alexander Gottfarb in der TQW-Filiale Neustiftgasse 31 für ein ganzes Jahr sein Pop-up-Tanzlokal Negotiations. Danach werden Anne Lise Le Gac und Élie Ortis unter dem Motto Grand Mal Amateurtanzvideos zeigen, Philipp Gehmacher mit Marino Formenti in der Kunsthalle Talk to me of Mendocino intonieren.

Und zum Abschluss geht es mit Ankathie Koi zurück in den "Glam" der grauenhaften Eighties. Für süßes Würgen ist bestens gesorgt. (Helmut Ploebst, 23.1.2018)

  • "Grand Mal": Anne Lise Le Gac und Élie Ortis zeigen am Samstag in den TQW-Studios Amateurtanzvideos, die sie auf Facebook und Youtube fanden.
    foto: anne lise le gac / tqw tanzquartier wien

    "Grand Mal": Anne Lise Le Gac und Élie Ortis zeigen am Samstag in den TQW-Studios Amateurtanzvideos, die sie auf Facebook und Youtube fanden.

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