Lawinengefahr: Leichte Entspannung in Westösterreich

23. Jänner 2018, 21:53
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Arlberg-Orte sind wieder erreichbar, allerdings weiterhin erhebliche Lawinengefahr in Teilen der Steiermark, Ober- und Niederösterreichs

Bregenz – Nach zwei von Lawinengefahr geprägten Tagen waren am Dienstagabend wieder alle Vorarlberger Orte auf dem Straßenweg erreichbar. Die Verbindung nach Gargellen im Montafon (L192) wurde kurz nach 18 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Die Vorarlberger Zufahrten zu den Arlberg-Orten Lech, Zürs und Stuben waren schon am frühen Nachmittag geöffnet worden.

Auch die Verbindung über den Arlbergpass war laut ÖAMTC am Dienstagabend befahrbar. Die Räumungsarbeiten auf der Arlbergstraße (L197) oberhalb der Alpe Rauz bis hinauf zum Pass beziehungsweise nach St. Christoph waren seit den Nachmittagsstunden im Gang und waren bis zum frühen Abend abgeschlossen. Die Arlbergbahnstrecke blieb zwischen Bludenz und Landeck-Zams vorerst noch bis Mittwochmittag gesperrt.

Paznauntalstraße teilweise geöffnet

Die Entspannung bei der Lawinensituation trifft auch für Tirol zu. Die Experten des Landes stuften die Gefahr am Mittwoch als "erheblich", also mit Stufe 3 der fünfteiligen Skala, ein. Unterhalb von 2.000 Metern herrschte verbreitet nur mehr "mäßige" Gefahr. Beinahe alle Straßen konnten noch am Dienstag wieder frei gegeben werden. Bereits seit Dienstagmittag waren die Orte Ischgl, See und Kappl im Paznauntal wieder erreichbar.

In der Obersteiermark hat am Dienstag weiterhin große bis erhebliche Lawinengefahr geherrscht. Allerdings waren fast überall die Schneefälle in Regen übergegangen, für das weststeirische Randgebirge wurde die Warnstufe von drei auf zwei zurückgenommen. Auf vielen Bergstraßen war Kettenpflicht vor allem für Lkws verhängt, einige Straßen nach Oberösterreich beziehungsweise Salzburg waren wegen drohender Lawinen gesperrt.

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Beitrag in "Heute Mittag" über die Lawinengefahr in Österreich und Südtirol.

Vom Dachsteingebiet über die Berge nördlich der Enns, die Eisenerzer Alpen und das Mariazeller Land herrschte die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier (groß). In den Schladminger und Niederen Tauern, den Seetaler Alpen und den Nockbergen und der oberen Oststeiermark um die Fischbacher Alpen lag die Warnstufe bei drei (erheblich), hieß es seitens des Lawinenwarndienstes. Im westlichen Randgebirge von Gleinalm bis zur Soboth war die Lawinenwarnstufe von drei auf zwei (mäßig) zurückgestuft worden. Am Nachmittag sei mit einer leichten Entspannung zu rechnen, ehe sich dann ein Nassschneeproblem einstelle.

Entspannung in Niederösterreich

In Oberösterreich war die Lawinengefahr am Dienstag nach wie vor hoch. Oberhalb von 1.400 Metern herrschte Warnstufe vier, darunter drei. Etliche Straßen blieben gesperrt. Für Mittwoch wurde zwar eine leichte Entspannung erwartet, bei Skitouren und Variantenabfahrten bleibt aber Vorsicht geboten.

Die Lawinensituation hat sich am Mittwoch in Niederösterreich etwas entspannt. In den Ybbstaler und Türnitzer Alpen sowie im Rax-Schneeberggebiet herrschte Stufe 3 (erheblich) der fünfteiligen Skala. In den übrigen Regionen wurde das Risiko als mäßig eingestuft. Die spontane Lawinenaktivität nehme zu, teilte der Warndienst Niederösterreich mit..

Evakuierungen in Südtirol

In der Südtiroler Gemeinde Graun im Vinschgau mussten das Hotel Langtaufererhof sowie eine Pension in der Nähe des Hotels evakuiert werden. In den Nachtstunden war eine Lawine auf ein Nebengebäude der Erlebnisschule Langtaufers abgegangen. Auch das obere Stockwerk eines Wohnhauses wurde von einer weiteren Lawine getroffen.

Die Schule sei derzeit unbesetzt, und auch die Bewohner des Hauses blieben unverletzt, sie hatten sich im Erdgeschoß aufgehalten, teilte die Berufsfeuerwehr Bozen in einer Aussendung mit. Rund 100 Personen wurden mit zwei Transporthubschraubern des Heeres und einem Hubschrauber der Carabinieri evakuiert. Als Auffangzentrum stehe das Vereinshaus von St. Valentin auf der Haide bereit. Dort können bis zu 200 Personen untergebracht werden, hieß es.

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In Südtirol wurde am Montag eine Lawine gefilmt, die in Ridnaun in der Gemeinde Ratschings niederging.

Im Nordwesten von Südtirol ist die Lawinengefahr in der Nacht auf Dienstag auf die höchste Stufe fünf angestiegen. Laut Lawinenlagebericht sind zahlreiche große Lawinen aus Windschattenhängen zu erwarten. Wegen der großen Schneemengen können viele Lawinen als Staublawinen abgehen und den Talboden erreichen. Im Tagesverlauf gehe die spontane Lawinenaktivität jedoch zurück, womit auch die Lawinengefahr sinke. Am östlichen Alpenhauptkamm herrschte große Lawinengefahr der Stufe vier. Auch in diesem Bereich können spontane Lawinen eine Gefahr für den Talboden darstellen, hieß es. (APA, red, 23.1.2018)

  • Experten raten, die Dächer von der Schneelast zu befreien, wie hier am Montag die Feuerwehr bei der Kinderkrippe von Silz in Tirol.
    foto: apa/www.zeitungsfoto.at/team

    Experten raten, die Dächer von der Schneelast zu befreien, wie hier am Montag die Feuerwehr bei der Kinderkrippe von Silz in Tirol.

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