Vorarlberg: Mehr gemeinnützige Wohnungen auf dem Land

    23. Jänner 2018, 14:13
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    Vorarlberg setzt seine Offensive im gemeinnützigen Wohnbau fort. Wohnen muss leistbarer werden, sagt Landeshauptmann Wallner

    Bregenz – 5.000 Menschen suchen in Vorarlberg eine Wohnung, ein Fünftel davon dringend. Diese Zahlen nannte am Dienstag Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser im Pressefoyer der Landesregierung. Ihnen soll durch den Bau gemeinnütziger Wohnungen in allen Landesteilen geholfen werden.

    2014 hatte sich die Landesregierung, damals ganz neu in der Zusammensetzung Volkspartei-Grüne, das Ziel gesetzt, bis 2018 mindestens 500 gemeinnützige Wohnungen pro Jahr zu fördern. 2017 stockte man auf 600 Wohnungen pro Jahr bis 2020 auf. Die Vorgaben habe man nicht nur eingehalten, sondern übertroffen, sagt Landeshauptmann Markus Wallner (VP). "Das Land muss alles tun, um Wohnen leistbarer zu machen."

    Keine Rede mehr von Verschiebung gemeinnütziger Projekte, wie Rüdisser Ende des Jahres nach Kritik aus der Immobilieninnung der Wohnungsmarkt sei überhitzt, anklingen ließ.

    Zu den jährlich 600 neuen gemeinnützigen Wohnungen sollen noch pro Jahr bis 2010 150 Wohnungen des Programms "Wohnen 500" gebaut werden. Das sind kostengünstig errichtete Wohnungen, die 65 Quadratmeter groß sind nicht mehr als 500 Euro Miete pro Monat kosten.

    Sozialwohnungen auch in Kleingemeinden

    Gemeinnütziger Wohnbau soll, so das langfristige Ziel der Landesregierung, keine Sache der Städte und Großgemeinden bleiben. Aktuell gibt es in 70 von 96 Gemeinden gemeinnützige Wohnungen. Führend ist Bregenz mit 14,4 Wohnungen auf 100 Menschen. In Dornbirn, mit knapp 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größte Vorarlberger Stadt ist die Dichte mit 6,6 Wohnungen auf 100 Menschen vergleichsweise gering.

    Der gemeinnützige Wohnbau wird vom Land im Budget 2018 mit Wohnbauförderungskrediten über 52 Millionen Euro unterstützt, insgesamt fließen in die Wohnbauförderung 149,6 Millionen Euro. Seit 2014 haben 5.000 Menschen eine der neuen gemeinnützigen Wohnungen bezogen. Durchschnittlich bezahlen sie für 60 Quadratmeter 540 Euro Miete (inklusive Betriebskosten).

    Rund 10.000 Haushalte brauchen zur Deckung der Wohnkosten Wohnbeihilfe. Im Vorjahr wurden 27,9 Millionen an Unterstützung ausbezahlt. Im aktuellen Budget sind 29,4 Millionen vorgesehen.

    Im neuen Raumplanungsgesetz, das Ende März in die Begutachtung gehen soll, wird es eine neue Widmungskategorie sozialer Wohnbau geben, kündigte Rüdisser an. Auch gegen die grassierende Bodenspekulation will man angehen – durch befristete Widmungen und Sanktionen bei nicht realisierter Verbauung. (Jutta Berger, 23.1.2018)

    • So kann sozialer Wohnbau auf dem Land aussehen: das Lindohus in Lingenau im Bregenzerwald.
      foto: vogewosi

      So kann sozialer Wohnbau auf dem Land aussehen: das Lindohus in Lingenau im Bregenzerwald.

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