Hype-App "Die With Me": Chatten bis der Akku stirbt

    23. Jänner 2018, 17:24
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    Nachrichtenaustausch mit Unbekannten erst möglich, wenn der Ladestand unter fünf Prozent fällt

    Sie sind Nachschlagewerk, Fernseher, Kommunikationszentrale und Kamera in einem: Unsere Smartphones. Die Nützlichkeit ihrer Funktionen führt freilich auch dazu, dass wir sie oft verwenden. Mitunter zu oft, was zur Ausprägung von Schmähbegriffen wie "Smombie" ("Smartphone-Zombie") geführt hat.

    Doch mitunter muss man ohnehin eine digitale Zwangspause einlegen, nämlich wenn unterwegs der Akku zur Neige geht und weit und breit keine Lademöglichkeit vorhanden ist. Das Erlebnis, der unweigerlichen Abschaltung des Gerätes entgegenzublicken, kann man nun mit anderen Betroffenen teilen. Die in den letzten Tagen gehypte App "Die With Me" ("Stirb mit mir") macht es möglich.

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    Eintritt nur für die unteren vier Prozent

    Hinter dem Namen, der an einen Songtitel aus dem Emo-Genre erinnert, verbirgt sich ein einfach gehaltener Messenger für Android und iOS. Man ein Pseudonym wählen und landet in einer Konversation mit anderen Usern. Die Vorbedingung dafür, dass sich die App aber überhaupt verbindet, ist ein Akkustand von weniger als fünf Prozent. Diesen fragt das Programm über die üblichen Schnittstellen der mobilen Betriebssysteme ab.

    In weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund lassen sich dann Nachrichten austauschen. Den traurigen Tonfall des Namens behält das Programm auch bei, wenn ein Nutzer das Gespräch zwangsweise verlässt, weil sein Handy sich abschaltet. Hier vermerkt der Messenger für (fast) Stromlose schlicht, der Nutzer sei "gestorben".

    Kunstprojekt

    "Die With Me" ist vorrangig ein Kunstprojekt. "Sterbt gemeinsam auf dem Weg zum Offline-Frieden", heißt es in der Beschreibung. Zwischenzeitlich war das Programm laut Heise sogar auf Platz 4 der deutschen iTunes-Charts für die Kategorie "Unterhaltung". Im US-Store rangiert es dort aktuell auf Platz 17. Die Android-Variante wurde bis dato zwischen 500 und 1.000 mal heruntergeladen.

    Die Entwickler verdienen sich mit ihrem Projekt jedenfalls ein Zubrot. Denn "Die With Me" ist kostenpflichtig und schlägt mit einem Euro zu Buche. (gpi, 23.01.2018)

    • Droht der Akku, zur Neige zu gehen, kann man sich bei "Die With Me" einloggen.
      foto: die with me

      Droht der Akku, zur Neige zu gehen, kann man sich bei "Die With Me" einloggen.

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