Franciska Zolyom kuratiert deutschen Pavillon der Kunstbiennale 2019

    23. Jänner 2018, 11:55
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    Gebürtige Ungarin ist seit 2012 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig

    Berlin/Leipzig – Die gebürtige Ungarin Franciska Zolyom wird Kuratorin des deutschen Beitrags auf der Kunstbiennale in Venedig 2019. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) würdigte die Leipziger Galerie-Direktorin am Dienstag als "eine herausragende Kuratorin". Sie stehe mit ihrer Vita und bisherigem Wirken für künstlerische Koproduktion und damit für einen proeuropäischen Kunstbegriff jenseits nationaler Grenzen.

    Die 44-jährige Zolyom ist seit 2012 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig, die Kunst nach 1945 zeigt. Nach einem Studium der Kunstgeschichte in Köln und Paris war sie Kuratorin am Museum Ludwig in Budapest. Weitere Stationen ihrer Karriere waren der Hamburger Bahnhof in Berlin und das Institute of Contemporary Art im ungarischen Dunaujvaros. Auch an der Ausstellung "Lajos Kassak. Botschafter der Avantgarde" in der Berlinischen Galerie war sie beteiligt.

    2017 gewann Anne Imhof

    In der Parkanlage in Venedig wird jedes Jahr wechselnd Kunst und Architektur präsentiert. Die Biennale gilt neben der documenta in Kassel als eine der wichtigsten Kunstschauen der Welt. 2017 gewann der von Susanne Pfeffer kuratierte und von der Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon den Goldenen Löwen. Zu sehen war eine fünf Stunden lange düstere Performance mit dem Titel "Faust".

    Der deutsche Pavillon wurde in der NS-Zeit von den Nazis umgestaltet und für ihre Propaganda genutzt. Das Gebäude wurde 1908 ursprünglich als bayerischer Pavillon errichtet, 1938 grundlegend umgebaut und kurz darauf dem Deutschen Reich geschenkt. Die Nazi-Vergangenheit ist häufig Thema bei der Wahrnehmung und Gestaltung des deutschen Beitrags gewesen.

    Die Ernennung des Kurators folgt einer Empfehlung des Kunst- und Ausstellungsausschusses des Auswärtigen Amts. Ihm gehören Direktoren und Direktorinnen führender deutscher Kunstmuseen und Kunstexperten an. Für die Architektur-Biennale ist das Bundesbauministerium zuständig. Dort werden dieses Jahr die frühere Stasi-Unterlagenbeauftragte Marianne Birthler und das Berliner Büro Graft den deutschen Pavillon gestalten. (APA, 23.1.2017)

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