Microsoft: IT-Branche braucht mehr Geistes- und Sozialwissenschafter

    22. Jänner 2018, 12:07
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    Die künftige Omnipräsenz von künstlicher Intelligenz muss mit Kunst- und Sprachforschern und Psychologen designt werden

    Die zwei Microsoft-Manager Brad Smith und Harry Shum haben gemeinsam ein neues Fachbuch zur Zukunft des Computerwesens verfasst. Eine der wichtigsten Schlüsse ihrer Analyse: Die IT-Branche benötigt dringend mehr Mitarbeiter, die Geistes- und Sozialwissenschaften studiert haben, denn bald werde künstliche Intelligenz allgegenwärtig sein. Diese "AI-powered world" benötige aber mehr als "Wissenschaft, Technologie und Mathematik". Wenn sich "Computer menschlicher verhalten", würden Sozial- und Geisteswissenschaften an Bedeutung gewinnen.

    "Entscheidende Rolle"

    "Studien über Sprache, Kunst, Geschichte, Wirtschaft, Ethik, Philosophie, Psychologie und Pädagogik werden eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und dem Management künstlicher Intelligenz spielen", heißt es in "The Future Computed" wörtlich. Das Buch ist kostenfrei auf der Webseite von Microsoft abrufbar. Ethische Fragen tauchen etwa bei selbstfahrenden Autos oder dem Management von Big Data im Gesundheitsbereich auf.

    Gates gegen Jobs

    Microsoft-Mitgründer Bill Gates meinte 2011 noch, dass "Geistes- und Sozialwissenschaften (liberal arts) College-Absolventen in der modernen Wirtschaft zurückhalten würden". Nur wenige Tage später parierte Apple-Cogründer Steve Jobs: "Die Vermählung von Technologie und Geisteswissenschaften bringt Resultate, die unsere Herzen schneller schlagen lassen." Jetzt ist Microsoft offenbar auf Jobs' Seite geschwenkt, kommentiert "Business Insider". (22.1.2018)

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      foto: reuters/snyder
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