Lawrow: Feindschaft gegenüber Russland größer als im Kalten Krieg

    22. Jänner 2018, 08:24
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    "Damals gab es wenigstens ein paar Regeln, etwas Anstand" – Russischer Außenminister warnt vor "roten Linien" Moskaus

    Moskau – Der Westen ist Russland nach Auffassung des russischen Außenministers Sergej Lawrow so feindlich gesinnt wie nie zuvor. Selbst während des Kalten Krieges sei die Ablehnung nicht so groß gewesen wie heute, sagte Lawrow in einem am Sonntag auf der Website der Zeitung "Kommersant" veröffentlichten Interview.

    "Damals gab es wenigstens ein paar Regeln, etwas Anstand", beklagte Lawrow. "Aber heute ist jeglicher Anstand weggeworfen worden". Der russische Außenminister kritisierte "Versuche, Russland mit allen Mitteln zu bestrafen", vor allem durch "absurde und unbegründete Sanktionen" oder durch "den Rückgriff auf sportliche Themen".

    "Orchestrierte Kampagne"

    Der russische Außenminister warf dem Westen eine "orchestrierte Kampagne" gegen sein Land vor. "Russland hat seine roten Linien. Und ich denke, dass die ernsthaften Politiker im Westen verstehen, dass man diese roten Linien respektieren muss, so wie man es im Kalten Krieg getan hat."

    Wegen des Ukraine-Konflikts hat der Westen Sanktionen gegen Russland verhängt. Die EU und die USA werfen Moskau die Unterstützung prorussischer Rebellen in der Ostukraine vor. Grund für die Strafmaßnahmen war auch die russische Annexion der Krim-Halbinsel 2014. Wegen des Dopings russischer Athleten wurden auch im Sport Sanktionen verhängt, etwa bezüglich der Teilnahme an Olympischen Spielen. (APA, 22.1.2018)

    • Sergej Lawrow beklagt, jeglicher Anstand sei weggeworfen worden.
      foto: apa/afp

      Sergej Lawrow beklagt, jeglicher Anstand sei weggeworfen worden.

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