Waren ins Körberl und gehen: Amazon startet Supermarkt ohne Kassen

21. Jänner 2018, 17:16
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Käufer können Waren direkt in den Einkaufskorb legen und das Geschäft verlassen, der Betrag wird über das Benutzerkonto abgebucht

Seattle – Amazons erster Supermarkt ohne Kassen öffnet für das Publikum. Die Vision hinter "Amazon Go" ist, dass Käufer die Waren direkt in ihre Einkaufstaschen legen – und am Ende das Geschäft einfach verlassen. Der Betrag wird vom Amazon-Konto des Nutzers abgebucht.

US-Medien, die das Geschäft in Seattle vor der offiziellen Eröffnung am Montag besichtigen durften, berichteten von "dutzenden Kameras". Außerdem sei jeder Regalboden mit einer Waage versehen, um die Entnahme von Artikeln registrieren zu können.

Handy an Schranke halten

Die Kunden müssen eine "Amazon Go"-App herunterladen und das Telefon an eine Schranke am Eingang halten, berichteten die Technologieblogs "Recode" und "Techcrunch" sowie das "Wall Street Journal" am Sonntag. Von da an registriere die Technik mithilfe der Kameras und Sensoren, welche Artikel ein Käufer aus dem Regal holt und einpackt. Es sei nicht nötig, sie explizit in die Kameras zu halten.

Das System komme ohne Gesichtserkennung aus, betont Amazon. Die Menschen würden vom System stattdessen als "3D-Objekte" wahrgenommen. Am Ausgang hält der Kunde wiederum das Telefon an eine Schranke, um "auszuchecken".

Salate, Fertiggerichte und frische Lebensmittel

Im Angebot von "Amazon Go" sind den Berichten zufolge Salate, Fertiggerichte, Kochboxen, frische Lebensmittel, Getränke sowie Snacks einer Marke des von Amazon gekauften Bio-Supermarkts Whole Foods. Die Preise seien auf Supermarktniveau.

Die Eröffnung war bereits vor einem Jahr erwartet worden. Laut Medienberichten hatte die Technologie jedoch Probleme, bei größeren Menschenmengen den Überblick zu behalten. Diese seien inzwischen behoben, hieß es. Schon vor Monaten war zu lesen, dass das System den Härtetest bestanden habe, als mehrere verkleidete Mitarbeiter in gleich aussehenden Kostümen des Pokémon Pikachu in die Filiale geschickt worden seien.

Alterskontrolle durch Menschen

Obwohl das Geschäft ohne Kassiere auskommt, hat es den Berichten zufolge mehrere Mitarbeiter: Sie bereiten die Salate und andere Fertiggerichte zu und befüllen die Regale, einer stehe zur Begrüßung am Eingang, ein weiterer kontrolliere das Alter am Regal mit alkoholischen Getränken.

Amazon betrieb bisher mehrere Buchläden in den USA. "Amazon Go" gilt als mögliches Modell für eine Expansion des Online-Händlers bei stationären Geschäften mit Unterstützung moderner Technologie. (APA, 21.1.2018)

  • ... und so sehen die Schranken im "Amazon Go"-Geschäft aus.
    foto: reuters/jeffrey dastin

    ... und so sehen die Schranken im "Amazon Go"-Geschäft aus.

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