Norweger Tande ist Skiflug-Weltmeister, Kraft Vierter

    20. Jänner 2018, 17:20
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    Bewerb in Oberstdorf wurde nach drei Durchgängen abgebrochen – Tande vor Stoch und Freitag

    Oberstdorf – Der Norweger Daniel Andre Tande (NOR) ist am Samstag erstmals Skiflug-Einzelweltmeister geworden. Der Bewerb in Oberstdorf wurde nach dem dritten Durchgang entschieden, der vierte Flug fiel den Windbedingungen zum Opfer. Tande gewann mit 651,9 Punkten 13,3 Zähler vor dem polnischen Vierschanzen-Tourneesieger Kamil Stoch. Bronze holte der Deutsche Richard Freitag.

    Österreichs Skiflug-Weltrekordler Stefan Kraft musste sich mit dem vierten Rang begnügen, ihm fehlten 19,2 Punkte auf Bronze.

    Tande (200 m) sorgte für Norwegens erstes Einzelgold seit dem Sieg von Roar Ljökelsöy 2006. Im Vorjahr hatte ihn bei der Vierschanzen-Tournee in Bischofshofen ein Bindungsdefekt um den möglichen Gesamtsieg gebracht. Im heurigen Weltcupwinter war der 23-Jährige schon dreimal Zweiter, zuletzt auf dem Kulm hinter seinem Teamkollegen Andreas Stjernen.

    Diesmal war Tande eine Klasse für sich und sicherte sich nach drei Weltcupsiegen seinen ersten wichtigen Titel. Stoch (211,5) fehlten am Ende 13,3 Punkte auf seinen letzten großen Sieg, der ihm nach Olympia, WM, Tournee und Gesamtweltcup noch fehlt. Der Weltcup-Spitzenreiter holte aber sein erstes Flug-WM-Edelmetall.

    Starkes Comeback von Freitag

    Lokalmatador Freitag (190,5) wurde von Stoch zwar noch deutlich auf Platz drei verdrängt, dem Deutschen gelang zwei Wochen nach seinem Sturz in Innsbruck vor mit 25.000 Fans ausverkaufter Heimkulisse aber ein fast perfektes Comeback.

    Kraft (206) verpasste seine zweite Einzelmedaille nach Bronze auf dem Kulm 2016 deutlich. Die erhoffte "Rakete" gelang dem Doppelweltmeister von Lahti neuerlich nicht. "Er hat sich echt gut angefühlt, es war vom Gefühl her jetzt mein Bester. Irgendwas fehlt, dass ich noch einmal richtig absegle", so der Pongauer.

    Kuttin: "Ergebnis passt"

    ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin ärgerte sich zwar über den undankbaren Blechrang von Kraft, gestand aber die Überlegenheit der besten drei ein. "Das Ergebnis passt, es sind die besten Skiflieger vorne, aus. Natürlich ist aus unserer Sicht ist der vierte Platz immer der beschissenste. Stefan war gut unterwegs, aber schon zu weit weg, um zu sagen, ich kann Druck aufs Podium machen", sagte Kuttin.

    Während die Norweger und Polen auch mannschaftlich voll überzeugten, landeten die anderen beiden Österreicher nach dem Verletzungs-Out von Michael Hayböck am Samstag nur im geschlagenen Feld. WM-Debütant Clemens Aigner (194,5), vor einer Woche am Kulm noch Siebenter, wurde 18. Manuel Poppinger (177,5) belegte den 23. Platz.

    Der Rest seiner Mannschaft habe eine "solide" Leistung gebracht, so Kuttin. "Das war ein gutes Niveau, aber sie können mehr." Dementsprechend sei man im Teambewerb am Sonntag Außenseiter. "Wir haben nichts zu verlieren, wir können nur gewinnen. Wir sind ganz klarer Außenseiter, aber der Glaube daran ist da." Ob der am Unterarm angeschlagene Hayböck im Teambewerb am Sonntag antreten kann, ist offen. Sein Ersatzmann wäre Florian Altenburger. (APA, 20.1.2018)

    Ergebnis, Skiflug-WM, Oberstdorf:

    1. Daniel Andre Tande (NOR) 651,9 Punkte (212/227/200 m)
    2. Kamil Stoch (POL) 638,6 (230/219/211,5)
    3. Richard Freitag (GER) 627,6 (228/225/190,5)
    4. Stefan Kraft (AUT) 608,4 (218/208,5/206)
    5. Andreas Stjernen (NOR) 606,9 (193/203/223,5)
    6. Peter Prevc (SLO) 600,1 (222,5/199/218)
    7. Andreas Wellinger (GER) 599,7 (206/207/213)
    8. Johann Andre Forfang (NOR) 599,2 (207/207,5/225,5)
    9. Robert Johansson (NOR) 599,0 (204/213,5/201)
    10. Dawid Kubacki (POL) 589,8 (207,5/208/215,5)
    Weiter:
    18. Clemens Aigner (AUT) 524,5 (202/181,5/194,5)
    23. Manuel Poppinger (AUT) 498,0 (187/195,5/177,5)

    • Daniel Andre Tande siegte nach drei Durchgängen.
      foto: apa/afp/christof stache

      Daniel Andre Tande siegte nach drei Durchgängen.

    • Stefan Kraft flog an der Medaille vorbei.
      foto: reuters/dalder

      Stefan Kraft flog an der Medaille vorbei.

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