Conference Finals: Der Traum vom großen Wurf

20. Jänner 2018, 10:42
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Die Jacksonville Jaguars sind im Playoff-Halbfinale gegen Titelverteidiger New England Patriots mit Quarterback Tom Brady krasser Außenseiter. Dennoch glaubt das Team aus Florida an seine Chance

Foxborough – Die wohl stärkste Waffe der Jacksonville Jaguars ist mittlerweile auch in den sozialen Medien präsent. Der Twitter-Account des Teams aus Florida heißt nun "Sacksonville", und am Sonntag (21.05 / Puls 4) wollen die Jaguars mit ihrer gefürchteten Defensive auch Star-Quarterback Tom Brady und die New England Patriots im Playoff-Halbfinale der Football-Profiliga NFL stürzen.

Das Zu-Fall-Bringen des gegnerischen Quarterbacks, bevor dieser den Ball wirft, ist eine der Spezialitäten der Jaguars. Acht Touchdowns hat die Jacksonville-Defense durch erzwungene Ballverluste oder abgefangene Pässe erzielt. Das ist ein Bestwert in der NFL. "Die konzentrierte Arbeit in der Defense ist eine unserer Waffen", sagte Yannick Ngakoue, der in der Abwehr der Jaguars eine Schlüsselposition einnimmt und an fünf dieser acht Touchdowns beteiligt war: "Wir unterstützen uns, wo es nur geht, und wir wollen den letzten großen Schritt zur Super Bowl machen."

Der weite Weg

In der Super Bowl standen die 1995 gegründeten Jaguars noch nie. Doch auch bis zum diesjährigen Finale am 4. Februar in Minneapolis ist es noch ein weiter Weg. Die Aufgabe in Foxborough bei Bradys Patriots ist denkbar schwer, schließlich hat New England im heimischen Gillette Stadium seit dem 20. Jänner 2013 kein Playoff-Spiel mehr verloren. Damals schied das Team gegen den späteren Champion Baltimore Ravens aus. "Natürlich sind wir der Underdog", sagte Jacksonville-Headcoach Doug Marrone: "Aber wer wäre das im Duell mit den Patriots nicht? Wir glauben an unsere Chance und wollen sie ärgern."

Die Rolle des Außenseiters ist nicht neu für die Jaguars. Schon im Viertelfinale bei den Pittsburgh Steelers hätte kaum jemand auf Jacksonville gewettet, dennoch setzte sich das Team mit 45:42 durch und bewies Nervenstärke. Quarterback Blake Bortles hatte sich in der Vergangenheit immer wieder Fehler geleistet und wurde belächelt, doch in diesem Jahr hat er sich stabilisiert und spielt solide.

Unbekümmertheit gegen Erfahrung

Das Laufspiel der Jaguars ist stark, Runningback Leonard Fournette gehört schon in seinem Rookie-Jahr zu den Besten der Liga. Ob dieses Paket bereits für den ganz großen Wurf bei den Patriots reicht, ist äußerst fraglich. Brady und Co sind deutlich erfahrener und abgezockter. Fünf Meistertitel hat der 40-jährige Brady geholt und sieben Super Bowls erlebt, der 15 Jahre jüngere Bortles spielt seine ersten Playoffs überhaupt.

Es wird also auf die Defensive ankommen, und hier kommt wieder "Sacksonville" ins Spiel. Gelingt es, den leicht angeschlagenen Brady immer wieder zu ärgern und zu stürzen, und gleichzeitig in der Offensive zu punkten, könnte es tatsächlich klappen. "Es wird auf uns ankommen", sagte Coach Marrone: "Wir müssen extrem gut spielen."

Um das zweite Endspielticket duellieren einander im Anschluss die Philadelphia Eagles und die Minnesota Vikings, beide Teams haben die Super Bowl noch nie gewonnen. (sid, red, 20.1.2019)

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    Tom Brady könnte mit seinem sechsten Erfolg in der Super Bowl noch einmal Geschichte schreiben. Der 40-Jährige wurde von den Journalisten erneut als bester Spieler der Saison ausgezeichnet.

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