Nadal ohne Satzverlust im Achtelfinale

    19. Jänner 2018, 13:29
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    Dimitrow neuerlich mit etwas Mühe – Marach prolongierte Erfolgsserie und hielt Österreichs Fahne im Doppel hoch

    Melbourne – Ohne Satzverlust ist Rafael Nadal ins Achtelfinale der Australian Open gestürmt. Am Freitag ließ der Spanier dem Bosnier Damir Dzumhur beim 6:1, 6:3, 6:1 nicht den Funken einer Chance. Mit seiner elften Achtelfinalteilnahme bei dem Tennis-Grand-Slam-Turnier zog Nadal mit dem Schweden Stefan Edberg gleich. Nur Roger Federer erreichte in Melbourne öfter die Runde der besten sechzehn.

    Nach einer Stunde und 50 Minuten war die Partie Nadals vorbei. Als einziger "Makel" bleibt ein abgegebenes Aufschlagspiel früh im zweiten Satz, ansonsten gab sich der 31-Jährige keine Blöße. Nächster Gegner des Melbourne-Siegers von 2009, der um seinen 17. Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier kämpft, ist am Sonntag der Argentinier Diego Schwartzman (24).

    Etwas mehr Mühe hat neuerlich die Nummer drei, Grigor Dimitrow. Auch wenn das Ergebnis von 6:3, 4:6, 6:4, 6:4 gegen den Russen Andrej Rublew einigermaßen souverän aussieht, schwächelte der Bulgare bei großer Hitze phasenweise. Der Semifinalist des Vorjahrs tat sich gegen die Nummer 30, die ihn in der zweiten Runde der US Open sang- und klanglos verabschiedet hatte, alles andere als leicht, verzeichnete etwa 61 unerzwungene Fehler, darunter 15 Doppelfehler. Im dritten Satz lag sein 19-jähriger Kontrahent sogar ein Break in Front.

    "Das sind die wichtigsten Spiele für mich, wenn gewisse Dinge nicht funktionieren und ich dann eine Lösung finde", erklärte Dimitrow, der in der zweiten Runde gegen den US-Qualifikanten Mackenzie McDonald sogar fünf Sätze benötigt hatte. Achtelfinalgegner ist Lokalfavorit Nick Kyrgios (17), der sich in vier Sätzen mit drei Tie-Breaks gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga 7:6(5), 4:6, 7:6 (6), 7:6 (5) durchsetzte.

    Bei den Damen stand zum Auftakt des Tages vor allem die brutale Hitze im Vordergrund. Bei Temperaturen von 40 Grad Celsius wurde etwa Alize Cornet schwindlig, die Französin musste während ihrer Drittrundenniederlage gegen Elise Mertens (BEL) untersucht werden. Die Veranstalter wiederum gaben ab, dass die kritischen Temperaturwerte noch nicht erreicht worden seien. Dann nämlich wird das Dach des Center Courts geschlossen und andere Spiele verschoben. Cornet forderte prompt, die betreffenden Werte zu senken. "Das ist äußerst gesundheitsgefährdend", sagte die ehemalige Nummer elf der Welt. Gegen Abend ließ die Hitze dann zumindest etwas nach.

    Die 15-jährige Ukrainerin Marta Kostjuk verpasste hingegen eine weitere Überraschung. Im ukrainischen Vergleich mit der an Nummer vier gesetzten Jelina Switolina war das Talent chancenlos und verlor nach 59 Minuten 2:6, 2:6. Switolina trifft nun am Sonntag auf die tschechische Qualifikantin Denisa Allertova, die zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier im Achtelfinale steht. Kostjuk hatte als jüngste Spielerin seit Martina Hingis vor 22 Jahren die dritte Runde der Australian Open erreicht.

    Für Negativschlagzeilen sorgte Vorjahrshalbfinalistin CoCo Vandeweghe. Die Amerikanerin erhielt für eine obszöne Beschimpfung ihrer ungarischen Erstrundengegnerin Timea Babos eine Geldstrafe von 10.000 Dollar (8.173,27 Euro). Die an zehnter Stelle gesetzte Vandeweghe, als Heißsporn bekannt, war der ungesetzten Babos am Montag in zwei Sätzen unterlegen.

    Im Herrendoppel ist der Österreicheranteil stark geschrumpft. Einziger Vertreter nach der zweiten Runde ist Oliver Marach, der an der Seite seines kroatischen Partners Mate Pavic den Erfolgslauf fortsetzte. Gegen das niederländisch-neuseeländische Duo Wesley Koolhof/Artem Sitak gewann das als Nummer sieben gesetzte Paar 6:7 (5), 6:4, 6:4 und trifft in der dritten Runde auf Rohan Bopanna/Edouard Roger-Vasselin (IND/FRA-10). Marach/Pavic sind nach den jüngsten Turniersiegen in Doha und Auckland 2018 noch ungeschlagen.

    Endstation war hingegen für Philipp Oswald, der mit dem Weißrussen Max Mirnyi den auf Position sechs eingestuften US-amerikanischen Bryan-Brüdern 7:6 (5), 4:6, 4:6 unterlag. Auch Alexander Peya musste sich mit dem Kroaten Nikola Mektic einer gesetzten Paarung geschlagen geben: Der Wiener und sein Partner unterlagen Juan Sebastian Cabal/Robert Farah (COL-11) 6:7 (5), 5:7. (APA, Reuters, 19.1.2018)

    • Rafal Nadal musste nicht lange schwitzen.
      foto: reuters/hanai

      Rafal Nadal musste nicht lange schwitzen.

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