Darabos will "Gegenprogramm" zu Bundesregierung

    18. Jänner 2018, 12:44
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    Soziallandesrat soll die Aktion 20.000 abgefangen werden. Für Medizinstudenten solle es Stipendien geben

    Eisenstadt – Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) will im Burgenland ein "Gegenprogramm" zu den Maßnahmen der Bundesregierung bieten. Es soll damit gezeigt werden, dass es "auch Politik geben kann, die soziale Wärme und nicht soziale Kälte ausstrahlt", sagte Darabos am Donnerstag. Der Landesrat kritisierte dabei erneut das Einstellen der Aktion 20.000 und des Beschäftigungsbonus.

    Die von der Bundesregierung eingeschlagenen Pfeiler in den ihn betreffenden Bereichen Soziales, Gesundheit, Arbeitsmarkt und Integration seien "nicht richtig eingeschlagen", stellte Darabos fest. Maßnahmen, die zur Steigerung der Beschäftigung gesetzt wurden, würden durch Schwarz-Blau konterkariert.

    Aktion 20.000 "abfangen"

    Im Burgenland könne man das Aussetzen der Aktion 20.000 zumindest zu einem Teil abfangen. "Wir werden uns auch politisch und auch budgetär dazu bekennen", erklärte Darabos. Dies geschehe etwa durch die Aktion 50 plus, welche im heurigen Jahr verstärkt werden soll. Die Maßnahme sehe in Zusammenarbeit mit den Gemeinden die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern vor.

    Im Bereich der Gesundheitsversorgung seien neben den für alle Bezirke fixierten Akutordinationen Stipendien für Medizinstudenten vorgesehen. Diese können ab dem dritten Studienjahr über 300 Euro pro Monat erhalten. Gleichzeitig verpflichten sie sich, nach Abschluss der Ausbildung fünf Jahre im Burgenland zu praktizieren. Ein ähnliches Angebot richtet sich an Turnusärzte in Ausbildung, wenn sie später Allgemeinmediziner werden. Bei Umbauten von Hausarztpraxen gibt es künftig eine Sonderförderung, wenn sich der jeweilige Mediziner verpflichtet, zehn Jahre im Burgenland zu bleiben.

    Pflegeplätze ausbauen

    Der Landesrat kündigte an, die Zahl der Pflegeplätze auszubauen und die 24-Stunden-Pflege zu attraktivieren. Im heurigen Jahr soll zudem ein Entwicklungsplan für Altenwohn- und Pflegeheime erarbeitet werden, der den Bedarf bis 2030 erfasst.

    Darabos hob die positive Entwicklung am burgenländischen Arbeitsmarkt und den Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit um rund 22 Prozent hervor. Die sei auch politisch wichtig, da junge Menschen, wenn sie keine Perspektive sehen, "politischen Rattenfängern hinterherlaufen können, die sehr weit am rechten Rand angesiedelt sind".

    Zur unsicheren Finanzierung der von Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) forcierten Ausweitung der Sicherheitspartner meinte Darabos, es sei die Aufgabe von Tschürtz, die Finanzierung sicherzustellen: "Die Innovationskraft, die muss er selbst aufbringen." (APA, 18.1.2018)

    • Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) plant einen Entwicklungsplan für Altenwohn- und Pflegeheime.
      foto: apa/georg hochmuth

      Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) plant einen Entwicklungsplan für Altenwohn- und Pflegeheime.

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