Tankerexplosion vor China: Vier Ölteppiche breiten sich aus

18. Jänner 2018, 14:28
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Chinesische Behörden wollen Wrack mit Unterwasserrobotern untersuchen

Peking – Nach dem Tankerunglück vor der Ostküste Chinas haben sich vier Ölteppiche auf dem Meer ausgebreitet. Die chinesische Meeresbehörde teilte am Mittwochabend mit, die Ölteppiche seien insgesamt 101 Quadratkilometer groß. Die Behörde versucht nach eigenen Angaben, eine Ausbreitung des Öls zu verhindern und die Umweltschäden zu untersuchen.

Unterwasserroboter sollten das in 115 Metern Tiefe liegende Schiffswrack erkunden. Am Dienstag hatte die Behörde noch von zwei Ölteppichen gesprochen, die 69 Quadratkilometer bedeckten. Außerdem sei auf einer Fläche von 40 Quadratkilometern "vereinzelt" Öl gesichtet worden. Die nun angegebenen 101 Quadratkilometer entsprechen in etwa der Fläche von Paris.

Besatzung mutmaßlich tot

Der iranische Öltanker "Sanchi" war am 6. Jänner auf hoher See im Ostchinesischen Meer mit einem chinesischen Frachter zusammengestoßen und sofort in Brand geraten. Alle 32 Besatzungsmitglieder – 30 Iraner und zwei Bangladescher – kamen dabei vermutlich ums Leben. Bisher wurden nur die Leichen von drei Besatzungsmitgliedern gefunden. Nach mehreren Explosionen sank die "Sanchi" am Sonntag. Laut chinesischem Verkehrsministerium liegt sie in 115 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund.

Die "Sanchi" hatte 136.000 Tonnen Ölkondensat – ein besonders hochwertiges Leichtöl – und bis zu tausend Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Das Schiff sank, bevor die Ladung komplett verbrannt war.

Laichgebiet für Tintenfische

Das für Meereslebewesen hoch giftige Ölkondensat bildet keine typischen Ölteppiche an der Meeresoberfläche wie sie bei Tankerunglücken oftmals zu beobachten sind. Es vom Wasser zu trennen, ist daher weitaus schwieriger .

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, dass Wrack liege in einem wichtigen Laichgebiet für bestimmte Tintenfische, außerdem überwinterten dort bestimmte Fischarten und Wanderrouten von Buckel- und Grauwalen kreuzten die Zone.

Nach dem Unglück hatten die chinesischen Behörden zunächst beteuert, dass die Umweltauswirkungen durch das austretende Leichtöl begrenzt seien. Experten warnten jedoch vor einer Umweltkatastrophe von historischem Ausmaß. (APA, 18.1.2018)

  • Die Behörden hatten eigentlich beteuert, dass sich die Umweltschäden in Grenzen halten würden.
    foto: afp photo / transport ministry of china

    Die Behörden hatten eigentlich beteuert, dass sich die Umweltschäden in Grenzen halten würden.

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