London reagiert ablehnend auf Vorstoß zu möglicher Brexit-Abkehr

16. Jänner 2018, 16:15
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Tusk und Juncker bieten Großbritannien Verbleib in der EU an

Straßburg/London – Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben Großbritannien einen Verbleib in der EU angeboten. Falls die Briten ihre Meinung ändern, seien "unsere Herzen weiter offen für Sie", sagte Tusk am Dienstag im Europaparlament in Straßburg.

Juncker unterstützte dort Tusk und sagte, er hätte nicht gerne, dass in London überhört werde, "dass unsere Tür nach wie vor offen steht". Die beiden EU-Spitzenpolitiker reagierten damit offenbar auf die in der Vorwoche von Brexit-Wortführer Nigel Farage in Gang gebrachte Diskussion über ein zweites EU-Austrittsreferendum. Dieses solle die anhaltende Debatte über den Ausstieg "abtöten", Farage erwartet bei einem neuerlichen Referendum eine noch deutlichere Zustimmung zum Brexit.

London ablehnend

Die britische Regierung hat ablehnend auf den Vorstoß reagiert. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May schloss am Dienstag in London ein zweites Brexit-Referendum aus: "Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt, und das werden wir tun."

Die Briten hatten im Juni 2016 bei einer Volksabstimmung mit 52 Prozent für das Verlassen der EU gestimmt. Am 29. März 2017 beantragte die Regierung offiziell den Austritt nach Artikel 50 des EU-Vertrags, der bis zum 29. März 2019 erfolgen soll. Die Verhandlungen darüber sollen unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden. (APA, 16.1.2018)

  • EU-Ratspräsident Donald Tusk (re.) will die britische Premierministerin Theresa May noch nicht ziehen lassen.
    foto: ap photo/geert vanden wijngaert

    EU-Ratspräsident Donald Tusk (re.) will die britische Premierministerin Theresa May noch nicht ziehen lassen.

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