Papst zu mehrtägigem Besuch in Chile eingetroffen

16. Jänner 2018, 05:53
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Er habe "wirklich Angst" vor einem Atomkrieg, sagte Franziskus auf seinem Weg nach Lateinamerika. Bei seinem Besuch muss er auch mit Protesten rechnen

Santiago de Chile – Zum Auftakt seiner sechsten Lateinamerikareise ist Papst Franziskus am Montagabend in Chile eingetroffen. Ein Schwerpunkt des einwöchigen Besuchs in Chile und Peru liegt auf Begegnungen des katholischen Kirchenoberhaupts mit den Nachfahren der Ureinwohner. Auf dem Flug von Rom nach Santiago de Chile äußerte Franziskus Furcht vor einem Atomkrieg.

"Ja, ich habe wirklich Angst", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa das katholische Kirchenoberhaupt an Bord des Papstfliegers. "Wir sind am Limit. Ein Zwischenfall wird reichen, um einen Krieg zu entfesseln. Deshalb müssen wir die Waffen zerstören und uns für die nukleare Abrüstung einsetzen."

Am Dienstag will Franziskus zunächst Chiles scheidende Präsidentin Michelle Bachelet sowie Priester, Bischöfe und Ordensleute treffen. Am Mittwoch reist der Papst in die südchilenische Region La Araucanía, die Heimat der Mapuche. Der 81-jährige Argentinier will dort eine Delegation der Indigenen treffen, die sich seit Jahren zum Teil mit Gewalt gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihrer angestammten Gebiete wehren. Zu einem Gottesdienst auf einem Luftwaffenstützpunkt in Temuco werden etwa 400.000 Gläubige erwartet.

Mögliche Proteste

In Chile sieht sich die Kirche mit Skandalen um sexuellen Missbrauch konfrontiert. Der Papst muss daher mit Protesten von Opferhilfegruppen rechnen.

Die zweite Station seiner Lateinamerikareise führt den Papst am Donnerstag nach Peru. Dort erwartet ihn eine aufgeheizte innenpolitische Atmosphäre. Die vorzeitige Freilassung des wegen Menschenrechtsverletzungen inhaftierten ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori hatte in den vergangenen Wochen Proteste hervorgerufen. Am Freitag will sich Franziskus im Süden des Landes mit Vertretern von Amazonas-Völkern treffen.

Für Samstag ist eine weitere Papstmesse im Küstenort Huanchaco nahe der Stadt Trujillo geplant. Ein Gottesdienst auf einem Luftwaffenstützpunkt in Lima, zu dem mehr als eine Million Gläubige erwartet werden, bildet am Sonntag den Abschluss der Papstreise.

Es ist bereits der sechste Besuch des Papstes in Lateinamerika. Während dieser Reisen machte Franziskus in Brasilien, Ecuador, Bolivien, Kuba, Mexiko, Paraguay und Kolumbien Station.

Die Gläubigen in seinem Heimatland Argentinien warten hingegen immer noch auf einen Besuch "ihres" Papstes. Offenbar will Franziskus in dem politisch stark polarisierten Land weder von Macri noch von dessen linker Widersacherin und Vorgängerin Cristina Kirchner vereinnahmt werden. (APA, 16.1.2018)

  • Papst Franziskus auf seinem Weg durch die Hauptstadt Santiago de Chile.
    foto: reuters

    Papst Franziskus auf seinem Weg durch die Hauptstadt Santiago de Chile.

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