Rassismus und Sexismus: Ex-Mitarbeiter erheben Vorwürfe gegen "Detroit"-Entwicklerstudio

    15. Jänner 2018, 14:10
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    Studiochef bezeichnete diese als lächerlich – Anstößige Bildmontagen und horrende Arbeitszeiten

    Dem französischen Entwicklerstudio Quantic Dream werden schlechte Arbeitsbedingungen und ein rassistisches sowie sexistisches Arbeitsklima vorgeworfen. Mehrere ehemalige Mitarbeiter beklagen dies. Laut der französischen Tageszeitung Le Monde wurden seit 2013 etwa 600 Mails mit sexistischen und rassistischen Bildmontagen im internen Mailverkehr verschickt. Auch Studiochef David Cage soll anstößige Kommentare von sich gegeben haben.

    Mitarbeiter soll 15 Stunden täglich gearbeitet haben

    Dieser weist sämtliche Vorwürfe von sich. Es wurden im Zuge der Berichte trotzdem Maßnahmen gesetzt indem Verantwortliche abgemahnt und ein Leitfaden für einen besseren Umgang untereinander veröffentlicht wurde. Ferner gibt es allerdings auch eine Beschwerde von einem Mitarbeiter, der laut eigenen Angaben 15 Stunden täglich und 80 Stunden in der Woche arbeiten musste. Zwischen 2015 und 2016 sollen deswegen 50 Entwickler das Studio verlassen haben.

    Studiochef nennt Vorwürfe lächerlich

    Cage bezeichnete die Vorwürfe als "lächerlich". Zudem betonte er, dass er mit Ellen Page zusammenarbeite, die sich für die Rechte der LGBT-Gemeinde einsetzt. Hinsichtlich der Vorwürfe, dass Cage rassistisch sei, sagte der Studiochef, dass er mit Jesse Williams zusammenarbeite, der sich in den USA für Bürgerrechte einsetzt. Man solle ihn deswegen an seinen Taten messen, unterstrich der Chef von Quantic Dream.

    Nazi- und Sex-Fotomontagen

    Bei den 600 Fotomontagen wurden Mitarbeiter in sexuellen Posen nachgestellt und dazu homophobe und sexistische Beleidigungen hinzugefügt. Ferner wurden offenbar auch Fotos von Entwicklern mit Photoshop bearbeitet, dass sie wie Nazis aussehen. Cage und Mitgründer Guillaume de Fondamière wollen vom ganzen Ausmaß erst 2017 erfahren haben, zuvor sollen sie nur die "lustigen" Bildmontagen gesehen haben, wie sie selbst sagen.

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    Unser GameTalk zu häuslicher Gewalt in "Detroit: Become Human".

    Häusliche Gewalt in Game

    Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass das Entwicklerstudio in den Schlagzeilen ist. Im November 2017 gab es Aufregung um eine Szene in vom Quantic Dream entwickelten Game "Detroit: Become Human". In dieser wird häusliche Gewalt gezeigt. Cage verteidigte die Szene damit auch ernste und düstere Seiten der Gesellschaft thematisieren zu wollen. "Detroit: Become Human" soll 2018 erscheinen. Ob die Berichte nun eine verspätete Veröffentlichung mit sich bringen, wird sich weisen. (red, 15.01.2018)

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      foto: detroit: become human
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